„Interesse der jungen Leute wecken“

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Stefan Seibert, 31, DHL-Angestellter: „Das ist eine schwierige Frage. Ich würde versuchen im allgemeinen Interesse zu handeln und es so zu machen, dass es jedem gut geht.“

Rodgau - (af/eh) Der Super-Wahlsonntag rückt immer näher. Besonders mit der Bürgermeisterwahl verbinden viele Bürger hohe Erwartungen. Das zeigen auch die Antworten auf eine kleine Umfrage unserer Redaktion: „Was würden Sie ändern, wenn Sie Bürgermeister wären?“

Nina Meincke, 27, in Elternzeit: „Ich würde es den jungen Familien einfacher machen. Da muss viel getan werden. Vor allem würde ich versuchen die Grundstückspreise zu senken.“

Am letzten Freitag befragten wir Passanten auf dem Wochenmarkt in Nieder-Roden. Gestern besuchten wir in der Claus-von-Stauffenberg-Schule den Leistungskurs Politik und Wirtschaft der Jahrgangsstufe 12.
Auch die Jugendlichen sind sich sehr bewusst, welche Aufgaben auf kommunaler Ebene gelöst werden müssen. Und das obwohl Kommunalpolitik im Lehrplan der 12. und 13. Klasse nicht vorgesehen ist. „Der Lehrplan ist sehr kompakt und wir können das Thema höchstens streifen, wenn es im nächsten Halbjahr um Demokratie geht“, erklärte „Powi“-Lehrer Peter Küsters.

Dominic Wolf, 18, Schüler: „Ich wäre für die Erweiterung der Rodgau-Ringstraße. Und ich würde das Müllsystem verbessern. Da ist einiges schief gegangen und viele Menschen sind unzufrieden.“

Manche Befragte überschätzten allerdings die Einflussmöglichkeiten eines Bürgermeisters. Obwohl er direkt gewählt wird, ist er in erster Linie Chef der Verwaltung, der Aufgaben verteilt und Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung ausführen muss. Auch wenn er Initiativen ergreifen kann, ist er immer darauf angewiesen, eine Mehrheit zu finden.
Dennoch findet Oberstufenschüler Yannick Chevalier die Direktwahl wichtig. Für ihn ist wichtig, dass der Bürgermeister schon lange in seiner Stadt lebt und sich gut auskennt. In Rodgau ist das gewährleistet: Alle drei Kandidaten sind hier aufgewachsen und haben „Bodenhaftung“ in Vereinen, Parteien oder Kirchengemeinden.

Weitere Meinungen können Sie in der heutigen Ausgabe der „Offenbach-Post“ nachlesen.

Alex Dursun, 18, Schüler: „Es sollte mehr Treffpunkte und Sportangebote für Jugendliche geben. Ich würde mich auch für ein Hallenbad, ein Ärzte- und ein Einkaufszentrum einsetzen.“

Alex Dursun hat die drei Bürgermeisterkandidaten bei einer öffentlichen Vorstellung erlebt. Dabei fiel auf, dass nur etwa 25 Jugendliche anwesend waren. „Es ist wichtig das Interesse der jungen Leute zu wecken, schließlich sind wir die Zukunft“, bekräftigte er.
Gut die Hälfte der Schüler im „Powi“-Kurs der Stauffenberg-Schule ist volljährig und wählen wollen sie auch. Warum? „Weil jede Stimme zählt“, antwortet Natascha Grier wie aus der Pistole geschossen: „Wenn man etwas verändern will, muss man wählen gehen. Aber die, die daheim bleiben, beschweren sich hinterher auch noch.“ Ihr Mitschüler Alex Dursun ergänzt: „Wer nicht wählt, wählt immer die Falschen.“

Quelle: op-online.de

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