Pfarrerin Koch freut sich auf neue Aufgaben

In Gemeinde schon gut angekommen

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Pfarrerin Koch.

Dudenhofen - Seit 1. März ist Christina Koch Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde. Zuvor diente die 46-Jährige der Landeskirche Braunschweig. Und das nicht nur als Pfarrerin, sondern auch als stellvertretende Pröpstin.

Wie schätzt sie nach den ersten Monaten ihren neuen Arbeitsplatz ein? Vermisst sie etwas? Mit Christina Koch sprach Redaktionsleiter Bernhard Pelka.

Sind Sie in der Gemeinde inzwischen gut angekommen?

Ich denke schon. Inzwischen ist nicht nur meine Wohnung mein Zuhause, sondern ich werde zum Beispiel beim Einkaufen erkannt und angesprochen. Auch einige Kinder kennen mich schon. Das macht es aus, dass ich mich willkommen fühle und und zur Pfarrerin in Dudenhofen werde.

Sie wohnen nicht im Pfarrhaus?

Richtig. Das ist sanierungsbedürftig. Da passiert vermutlich im nächsten Jahr etwas. Wobei es derzeit - und das sage ich mit aller Vorsicht - wegen der Finanzen nicht nach einem Neubau aussieht. Mehr dazu kann ich aber erst sagen, wenn die Gemeinde genau weiß, was sie will und alle Genehmigungen vorliegen. Ich habe eine wunderschöne Wohnung hier und lebe unter dem Dach bei jemand aus der Gemeinde, den hier jeder kennt. Die Wohnung ist auch nicht weit weg von der Kirche. Dort fühle ich mich sehr wohl.

Was war Ihr erstes einschneidendes Erlebnis in Dudenhofen?

Ein wirklich einschneidendes Erlebnis gab es nicht. Trotzdem war ich am Anfang immer wieder von derselben Sache überrascht. Nämlich, dass man erstaunt war darüber, wie ich mich als Pfarrerin verstehe. Als Pfarrerin, die für alle greifbar ist, die ganz selbstverständlich etwas über die Leute weiß und die natürlich auch zur Verfügung steht. Es war zum Beispiel ein Thema, dass ich einen dienstlichen Telefonanschluss in meiner Privatwohnung wollte. Das wurde überrascht zur Kenntnis genommen. Inzwischen wird meine Art aber angenommen. Die Leute rufen mich an oder sie kommen an die Tür und bitten mich, mal eben schnell mitzukommen, weil es ein Problem gibt. Von daher ist alles gut.

Was haben Sie an Ihrer neuen Gemeinde schon schätzen gelernt?

Es gibt ein paar Sachen, die haben mich anfangs zum Schmunzeln gebracht. Zum Beispiel, als ich bei einer Beerdigung aufgefordert wurde, etwas über den Jahrgang zu sagen, dem der Verstorbene angehörte. Ich habe das erst nicht verstanden. Aber inzwischen weiß ich, dass der Zusammenhalt der Menschen, die hier in Dudenhofen gemeinsam aufgewachsen und zur Schule gegangen sind, etwas ganz Besonderes ist. Die kümmern sich um einander. Das finde ich erstaunlich und ganz prima. Das ist ähnlich mit dem hier stark ausgeprägten konfessionellen Bewusstsein. Hier ist man evangelisch und steht dazu. Das kommt mir sehr entgegen.

Und was vermissen Sie?

Das lässt sich so noch nicht sagen. Im Moment ist mir der Kontakt zu den Kindern noch zu schwach. In der alten Gemeinde hatte ich einen fünfgruppigen Kindergarten und sehr engen Kontakt zur Grundschule, sodass jedes Kind wusste, wer ich bin. Leider werde ich im kommenden Schuljahr noch nicht an der Grundschule unterrichten. Aber ich werde mit Projekten einsteigen. Hier in der Gemeinde werde ich im Advent Kinder zwischen 5 und 12 Jahren dazu einladen, mit mir im Engelchor neue Lieder zu lernen und zu singen. Und am 4. Advent gibt es dann die Lichterkirche, in der der Engelchor singt.

Welche Schwerpunkte möchten Sie denn setzen?

Ich halte für mein Leben gern Gottesdienst. Und ich spüre, dass sich die Leute darauf einlassen. Auch schlägt mein Herz für die Konfirmandenarbeit. Toll ist, dass ich - obwohl ich die Jugendlichen erst ganz kurz kenne - 15 gerade Konfirmierte dafür gewinnen konnte, sich bei der Herbstfreizeit der Konfis als Betreuer zu versuchen. Und natürlich ist Seelsorge mein Schwerpunkt.

Wo sind Veränderungen nötig?

Da habe ich noch keinen Überblick. Ich habe diese oder jene Idee, die einfach meinen Neigungen entsprechen. Zum Beispiel haben wir nur einmal im Monat einen Familiengottesdienst mit Taufen. Bisher wurden dann in jedem Gottesdienst relativ viele Kinder auf einmal getauft. In Zukunft wollen wir Extragottesdienste für die Taufe anbieten. Ansonsten müssen wir zusammen sehen, wo Bedarf herrscht. Gemeinde entwickelt sich immer gemeinsam.

Quelle: op-online.de

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