Interview mit Frank Reents

Verzwickte Vorfahrt

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Frank Reents.

Jügesheim - Die Umleitung ins Gewerbegebiet Jügesheim bleibt gefährlich. Beim Hotel Haingraben kommt es täglich zu Beinahe-Unfällen, weil Autofahrer die neue Verkehrsführung nicht beachten.

In beiden Richtungen verletzt man die Vorfahrt, wenn man auf der Ortsdurchfahrt einfach geradeaus fährt. Frank Reents, der Inhaber der Fahrschule Böhmke und Maaßen in Jügesheim, spricht im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Ekkehard Wolf über diese verzwickte Situation.

Ich komme aus Dudenhofen. Was muss ich tun, wenn ich in der rechts abknickenden Vorfahrt geradeaus weiterfahren will?

Prinzipiell müssen Sie einfach die Regel „Rechts vor links“ anwenden, weil beide auf der Vorfahrtsstraße sind. Derjenige, der von rechts kommt und auch auf der abknickenden Vorfahrtsstraße ist, hat Vorfahrt vor uns. Den müssen wir durchlassen. Erst wenn die Straße frei ist, dürfen wir fahren.

So erklären Sie es auch einem Fahrschüler?

Ja. Streng genommen muss man sich die Straße in Gedanken geradebiegen, aber das kann sich kaum ein Fahrschüler vorstellen. Im Unterricht verwenden wir Bilder und Filme, damit es deutlicher wird.

Ist die abknickende Vorfahrt denn schwer zu lernen?

Ja. Abknickende Vorfahrt ist definitiv schwierig. Wir sehen immer wieder, dass die Fahrschüler da durcheinander kommen. Das ist schon ein sehr komplexes Thema.

Warum?

Weil man hier nicht einfach geradeaus fahren kann, sondern man bleibt auf der Vorfahrtstraße, wenn man abbiegt. Es ist schwierig, sich das einzuprägen.

Stimmt. Das sieht man täglich an der Einmündung der Haingrabenstraße. Können Sie sich erklären, warum Leute, die das in der Fahrprüfung mal wussten, es im Alltag vergessen?

Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. Die ganze Zeit war an dieser Stelle eine durchgehende Vorfahrtsstraße und nun ist da plötzlich eine abknickende Vorfahrt. Die Stadt hat es gut gemacht. Sie hatte den ganzen Tag ihre Leute da stehen, die darauf hingewiesen haben, dass sich etwas geändert hat. Das kenne ich auch anders. In Dreieich zum Beispiel hat man neulich auch eine abknickende Vorfahrt eingerichtet und bloß die Schilder aufgestellt. Die Leute sind einfach weitergefahren wie bisher.

Was kann die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Rodgau tun, um die Situation zu entschärfen?

Sie kann es noch ein bisschen deutlicher machen. Es gibt zum Beispiel Polizisten aus Plastik, etwa 2,50 Meter groß, die mahnend den Finger erheben. Das habe ich schon in einigen Städten gesehen. Das ist wirklich super. Man sieht diesen enormen Polizisten und wird ein bisschen aufmerksamer.

Wäre an dieser Stelle auch eine Ampel sinnvoll gewesen?

Sicherer wäre sie auf jeden Fall.

Aber die Rückstaus wären länger.

Wahrscheinlich. Flüssiger ist es mit der abknickenden Vorfahrt auf jeden Fall. Wenn kein Verkehr ist, kann man einfach durchfahren. An einer Ampel ist das anders: Bei Rot muss man immer warten.

Quelle: op-online.de

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