Investor freut sich auf Rodgau

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Heute frei für Landwirte, morgen Vorfahrt für die Wirtschaft: Zwischen Blumenau und Kreisquerverbindung soll in den nächsten Jahren ein riesiger Logistik- und Gewerbepark entstehen.

Rodgau (bp) - „Ich bin so sauber wie ein Glas frisches Wasser. “ Mit blumigen Worten, aber auch mit Daten und Fakten warb Jan van Geet, Chef des Projektentwicklers VGP, in einer Sondersitzung vor Stadtverordneten aller Fraktionen für sein Investment in Dudenhofen.

Wie berichtet, möchte das Unternehmen mit Finanzhilfe seiner belgischen Holding östlich des Stadtteils auf 27 Hektar einen Logistik- und Gewerbepark für etwa 800 bis 1 000 Arbeitsplätze errichten. Im ersten Quartal 2013 soll es losgehen. Dann werde die VGP Group den Sitz ihrer Deutschlandtochter von Leipzig nach Rodgau verlegen, kündigte der Geschäftsmann an. Er freue sich auf Rodgau.

Van Geet nannte imposante Zahlen, um die Ernsthaftigkeit des Projekts zu untermauern. VGP habe derzeit 19 solche Parks mit einer Gesamtfläche von rund 900.000 Quadratmeter Fläche im Portfolio. 100 Prozent der Flächen seien vermietet. Bedeutet: Es fließen 40 Millionen Mieteinnahmen im Jahr.

Jan van Geet

Die Gruppe verfüge über 155 Millionen Euro Kapital, finanziert aus Bankdarlehen und über 40 Millionen Euro „Cash auf dem Konto“. Hauptgesellschafter sei eine belgische Unternehmerfamilie. „Wir haben die Mittel für den Rodgauer Park schon jetzt zur Verfügung“, versicherte van Geet, der sein Geld ursprünglich mit der Produktion von Babywindeln verdiente. Er ging auch auf die Geschichte der VGP mit derzeit 48 Mitarbeitern ein. 1998 gründete der Belgier das Unternehmen als Bauträger. Ab 2002 wurden eigene Projekte realisiert - anfangs vorwiegend in Tschechien. VGP baut die Liegenschaften nicht nur, sondern betreut diese nach deren Vermietung auch. 2007 folgte der Börsengang in Brüssel und Prag.

Die CDU stellte keine einzige Frage

Der Investor stellte in seiner Präsentation die Standortvorteile Rodgaus heraus und nannte typische Kunden in den bisherigen Gewerbeparks - zu 60 Prozent aus dem Sektor der „nicht störenden Leichtproduktion“: Autozulieferer, Verpackungsfirmen, Folienhersteller, Zeitungszusteller, Generalvertretungen von Interspar, Geschäftsräume von Hornbach und Ikea, aber auch Logistikfirmen wie DHL und Lekkerland. Großer Wert werde auf langfristige Mietverhältnisse von etwa zehn Jahren gelegt.

In einer anschließenden Fragerunde hakten ausschließlich Jörg Luther für die SPD und Otto Melzer für Zusammen mit Bürgern nach: „Wie viele Arbeitsplätze entstehen?“ (Luther) „Wie finanzieren sie den Gewerbepark. Wo zahlen sie Steuern?“ (Melzer).

Die CDU, die bei der parlamentarischen Debatte um das Großprojekt bisher stets energisch weitere Details eingefordert und einen mangelhaften Informationsfluss seitens des Magistrats gerügt hatte („Arroganz der Macht“), stellte keine einzige Frage.

Quelle: op-online.de

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