Musikverein Nieder-Roden steht vor einem klangvollen Jubiläumsjahr

100 Jahre und kein bisschen leise

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Im Anzug am Biertisch: Schnappschuss vom Waldspaziergang des Musikvereins im Jahr 1961.

Nieder-Roden - Der Musikverein Nieder-Roden feiert im nächsten Jahr seinen 100. Geburtstag. Das Motto: „Ja! Hundert“. Die musikalischen Höhepunkte: eine Matinee mit Musik aus 100 Jahren und ein Benefizkonzert mit der Bigband der Bundeswehr.

16 kleinere und größere Termine stehen bereits im Kalender des Jubiläumsjahres. Dazu zählen die großen Konzerte im Bürgerhaus, aber auch Auftritte bei Festen und vereinsinterne Dinge. Es könnten noch ein paar Termine mehr werden. Zum Beispiel denken die Musiker über eine Neuauflage der legendären Hörfunksendung „Frankfurter Wecker“ nach.
Seit drei Jahren bereitet sich der Verein auf sein Jubiläum vor. Ein Ergebnis dieser Arbeit ist eine Festschrift, wie es sie in dieser Form in Rodgau noch nie gab: Chronik, Fotos und andere Inhalte sind Bestandteil eines Wandkalenders und bleiben dadurch das ganze Jahr im Blickfeld. Diesen Kalender gibt‘s geschenkt, so lange der Vorrat reicht. Beim Adventsmarkt gingen wieder zahlreiche Exemplare über den Tisch.

Mit acht Orchestern und einem Kammermusik-Ensemble bereichert der Musikverein das kulturelle Angebot. Er beschränkt sich dabei nicht auf seinen Heimatort. Die Rodgau-Jazz-Bigband, die Rodgauer Blasmusik und Teddy‘s Rebirth haben sich über Nieder-Roden hinaus einen Namen gemacht.

Eine der ältesten Fotografien aus dem Vereinsarchiv ist dieses Gruppenbild von 1929.

Ein eigener Probenraum hat zu dieser großen Bandbreite beigetragen. Seit einigen Jahren nutzt der Musikverein einen Raum im „Haus der Musik“ in der Ober-Rodener Straße 47. Der ehemalige Sitzungssaal ist gut belegt: Von Montag bis Sonntag wird dort an jedem Wochentag geprobt. Den Rest des früheren Rathauses nutzt die Freie Musikschule Rodgau (FMR). Beide Organisationen sitzen nicht nur unter einem gemeinsamen Dach, sondern arbeiten auch zusammen. So bilden professionelle Lehrkräfte der FMR auch Musiker des Vereins aus.

Nachwuchsarbeit wird im Musikverein schon lange groß geschrieben. Vor 60 Jahren wurde das erste Jugendorchester gegründet. Dank der intensiven Jugendförderung stammen vier der heute aktiven Dirigenten aus dem eigenen Verein: Philipp Koser, Angela Groh, Jürgen K. Groh und Marleen Martiny.

Mehrere namhafte Musiker sind aus dem Verein hervorgegangen. Zu ihnen zählen Jens Joneleit, einer der bedeutenden deutschen Komponisten der „Neuen Musik“, und Timor Oliver Chadik, der seit 2016 die renommierte Bigband der Bundeswehr dirigiert. Timor Chadik war von Kindheit an im Musikverein aktiv: Er spielte erst Blockflöte, dann Posaune, dirigierte zunächst das Flötenorchester und dann das große Blasorchester. Als Oberstleutnant am Dirigentenpult kehrt er am Dienstag, 10. April, nach Nieder-Roden zurück. Das Gastspiel seiner Bigband ist ein Benefizkonzert: Alle Einnahmen sind für die Rodgauer Hospizstiftung bestimmt.

Budenzauber rund um den Wasserturm in Rodgau: Bilder

Nicht nur in jungen Jahren entdecken Menschen ihre Liebe zur Musik. Das Orchester „Vielklang“ fing 2005 als Anfänger-Orchester für Erwachsene an. Es war damals die erste Gruppe dieser Art im Kreis Offenbach. 2014 kam ein weiteres Orchester für Neu- und Wiedereinsteiger dazu: „Furios & Atemlos“.

Vom Bigband-Swing bis zur sinfonischen Blasmusik reicht das Spektrum des Musikvereins Nieder-Roden. Auch Liebhaber der Dicke-Backen-Musik kommen auf ihre Kosten.

Vor 100 Jahren waren neben Bläsern auch Streicher dabei. Musiker beider Instrumentengattungen schlossen sich 1918 zum Musikverein Nieder-Roden zusammen. Daraus entwickelte sich ein Blasorchester, das nicht nur bei Festen in der Gemeinde auftrat, sondern auch Bälle veranstaltete und Konzerte gab. (eh)

Quelle: op-online.de

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