Sommerfahrzeug

Markus Lorey hat ein Herz für Oldtimer: Jede Fahrt fühlt sich an wie Urlaub

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Die BMW R25/3, Baujahr 1954, hat 13 PS und verbraucht drei Liter Sprit auf 100 Kilometer.

Markus Lorey hat sich früh mit dem Oldtimervirus infiziert. Sein Vater hatte bei einem Landwirt eine BMW R27 ergattert, die beide in den 80er-Jahren restaurierten.

Dudenhofen - Da erfuhr der damals 16-Jährige von dem Landwirt, dass dessen Freund in seiner Scheune auch noch eine alte BMW stehen hatte. Der Schüler kaufte das Zweirad. Die anschließende Komplettrestauration gemeinsam mit dem Vater, der gelernter Kraftfahrzeugmechaniker war, wurde im Jahre 1986 beendet. Das bedeutete, der Teenager musste noch knapp zwei Jahre warten, bis er offiziell mit dem Zweirad fahren durfte.

Das Mororrad fuhr der Bankkaufmann in den vergangenen Jahrzehnten überhaupt nicht, weil es noch bei seinen Eltern in Ingelheim am Rhein stand. Im Mai nutzte der 49-Jährige die Gelegenheit, die BMW zu sich nach Dudenhofen zu holen. Seitdem ist er damit bereits drei Wochen lang jeden Tag zur Arbeit nach Hanau gefahren. „Ich muss sagen, es macht einen Riesenspaß und fühlt sich bei jeder Fahrt wie Urlaub an“, erzählt Markus Lorey von seiner Variante des Stressabbaus. Allerdings wählt er den Weg durch die Ortschaften. „Denn die Fahrt auf der Bundesstraße ist bei einem Tempo von 80 Stundenkilometern etwas anstrengender, weil die sich auf dem Oldtimer wie 200 anfühlen“, erzählt er.

Durch mehrere USA-Reisen und Urlaube war das Faible für amerikanische Oldtimerautos bei Lorey geweckt worden. Über einen Freund seines Onkels konnte 1995 in Pennsylvania das erst frisch restaurierte Fahrzeug werben. Nachdem er es dann nach Deutschland verschifft hatte, wurden noch ein paar Umbauten notwendig, um es inzwischen mit einem H-Kennzeichen als historisches Fahrzeug fahren zu dürfen.

Seitdem war der feuerrote Amischlitten bei der eigenen Hochzeit und bei zwei Hochzeiten seiner Freunde als Brautauto im Einsatz. Mit seinen 5,10 Meter Länge passt er mal eben so in die Garage des Reihenhauses. Inzwischen wird das gute Stücke im Sommer nur noch für kurze Ausfahrten mit der Familie oder mal fürs Autokino rausgeholt. Da es sechs Sitzplätze gibt (vorne drei und hinten drei) ist genug Platz für die vierköpfige Familie. Wegen des Spritverbrauchs von 20 bis 30 Liter auf 100 Kilometer ist der tägliche Gebrauch des feuerroten Cabriolets sonst einfach viel zu teuer.

Mit diesen beiden Schmuckstücken pflege er schon seit einer sehr langen Zeit eine Beziehung, erzählt der Banker. Damit keine Missverständnisse entstehen, stellt er schnell klar: „Natürlich kommen diese in der Rangfolge erst nach der immer noch glücklichen Beziehung mit meiner wunderbaren Frau Annette“.

Von den alten Fahrzeugen will und kann der Familienvater sich nicht trennen: „Da hängen zu viele Erinnerungen dran“, sagt er. Schließlich sind der Pontiac und die BMW für ihn etwas Besonderes. „Da kann man noch selbst dran schrauben, um Unterschied zu den modernen Autos und Motorrädern.“

Typ Angeber ist Markus Lorey nicht, auch wenn beide Fahrzeuge oft begeisterte Blicke auf sich ziehen und gerne und häufig fotografiert werden. „Darüber kommt einfach schnell mit anderen Fans ins Gespräch“, erzählt der Besitzer.

Jetzt steht Sohn Tom in den Startlöchern. Der ist gerade 18 geworden, hat den Führerschein schon in der Tasche und darf auch bald mal mit dem großen Wagen fahren.

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Von Simone Weil 

Quelle: op-online.de

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