Jede Kita hat ihre Stärken

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Am Nachmittag der offenen Tür informierten sich viele Eltern in Gesprächen mit dem Personal über die Angebote der einzelnen Kindertagesstätten.

Rollwald ‐ Etwa 20 Kindertageseinrichtungen präsentierten sich am gemeinsamen Tag der offenen Tür in bunter Vielfalt: von der Krabbelgruppe bis zum Schülerhort und vom Tageselternprojekt bis zum Waldkindergarten. Von Christine Ziesecke

Auch die städtische Kita „Am Kreuzberg“ in Rollwald stellte sich vor. Sie arbeitet mit 52 Kindern von sechs Monaten bis zu sechs Jahren in einer Kleinkindgruppe mit zwölf Plätzen, einer Integrationsgruppe und einer Regelgruppe und ist täglich von 7 bis 16 Uhr geöffnet. Die Einrichtung arbeitet offen - jedes Kind kann sich zwischen den Gruppenräumen bewegen, auch die Jüngsten können andere Gruppen besuchen. Die Eingewöhnung erfolgt nach dem Berliner Modell. Schwerpunkte sind Integration, Projektarbeit und der Dialog der Generationen.

Wie fast überall machten Eltern auch hier regen Gebrauch von der Möglichkeit, einmal in das Kita-Leben hineinzuschauen. Viele Paare nutzten die Chance, sich für ihre Jüngsten verschiedene Einrichtungen näher anzusehen - schließlich ist jede Kita individuell und hat situations- oder lagebedingt ihre eigenen Stärken. Dazu zählt in Rollwald etwa das große, eingewachsene und robust ausgestattete Freigelände.

Der Spieltreff etwa bedeutet für die „Großen“ in der Kita, dass sie selbstständig mitentscheiden, was gemacht wird. Der so genannte „Schulflitzertreff“ besuchte in den letzten Monaten das Atelier der Malerin Yvonne Rebmann und bekam dort Anregungen für eigene Kunstwerke mit so herrlichen Titeln wie „Schmetterling in der heimlichen Abendsonne“.

Kinder akzeptieren die Senioren so, wie sie sind

Den kontinuierlichen Wandel der Natur im Lauf des Jahres erleben die Kinder bei ihren wöchentlichen Spaziergängen in den nahen Wald. Das bedeutet Gruppenerlebnisse an der frischen Luft, aber auch überraschende Situationen und „Spielgeräte“ aus der Natur.

Einen besonderen Stellenwert hat die enge Zusammenarbeit mit dem Seniorenwohnheim Haus Elfriede. Seit 2001 besuchen jeweils acht mobile Senioren alle zwei Wochen die Kita, ordnen sich dann zu zweit in die Gruppen ein und erleben den normalen Kita-Tag mit, aber auch die Besonderheiten dieser Tage, in denen sie sich einbringen können oder auch einfach mitlaufen.

Weitere Informationen: Tel.: 71747, kitaVI@rodgau.de.

„Die Kinder akzeptieren die Senioren, die teilweise stark gehandicapt sind, so, wie sie sind. Zwischen den Kindern und den Senioren entstehen Beziehungen und manchmal sogar Freundschaften“, weiß Kita-Leiterin Anke Pirschel. Ihr winzig kleines Büro stand am Sonntag ganz im Mittelpunkt. Dort meldeten zahlreiche Eltern ihren Nachwuchs an, möglich dank der Tatsache, dass im Sommer 13 angehende Schulkinder die Einrichtung verlassen - „aber wir sind dennoch praktisch ausgebucht, vor allem im Kleinkinderbereich“.

Kindergartenplätze knapp

Die städtischen Kindergärten sind derzeit fast voll belegt. Die Stadtverwaltung konnte gestern auf Anfrage nur vier freie Plätze nennen. Ob das für alle Dreijährigen der nächsten Monate ausreicht, ist fraglich.

„Unsere Zwillinge sind über drei, aber wir haben bis heute keinen Kindergartenplatz“, berichtet Tanja Jäkel aus Jügesheim. Seit November haben die Kleinen einen Rechtsanspruch auf einen Platz. Doch Theorie und Praxis sind zweierlei, wie die Eltern erlebten: „Wir haben uns einige Kindergärten angeguckt und da hieß es, wir haben im August sechs oder zehn Plätze zu vergeben, warum kommen Sie jetzt erst?“ Seltsam sei auch ein „Anmeldeschluss“ Ende Februar, wenn der Tag der offenen Tür erst im März sei. Tanja Jäkel: „Da läuft einiges nicht so, wie es laufen sollte.“

„Wir sind momentan ziemlich ausgelastet“, bestätigt Stadtrat Michael Schüßler. Auf einen Platz im Wunschkindergarten könne man erst wieder nach den Sommerferien hoffen, wenn die Sechsjährigen in die Schule gehen. Am besten sei es, im Gespräch mit der Jugendabteilung gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Schüßler: „Das Problem kriegen wir geregelt.“

Tanja Jäkel teilt diese Zuversicht nicht: „Wir wären auch bereit, nach Bayern zu gehen, um unsere Kinder unterzubringen.“

Quelle: op-online.de

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