Jeder Siebte nutzt sein Wahlrecht

Rodgau (eh) ‐ An der Wahl des Ausländerbeirats beteiligten sich am Sonntag mehr Einwohner Rodgaus als vor fünf Jahren. 526 Bürger ohne deutschen Pass nutzten ihr Wahlrecht.

Damit stieg die Wahlbeteiligung von 12,6 auf 14,2 Prozent - das ist deutlich mehr als der Landesdurchschnitt (8,3 Prozent). Nach dem vorläufigen Endergebnis hat die „Interessengemeinschaft ausländischer Mitbürger“ (IAM) ihr Gewicht im Ausländerbeirat fast verdoppelt. Die IAM, die bisher fünf Sitze im Beirat hatte, stellt künftig neun der elf Mitglieder. Zwei Sitze gehen an die „Allianz zum Wohle der Menschheit“ (AWM), die bisher ebenfalls fünf Sitze inne hatte.

Die IAM um den bisherigen Ausländerbeiratsvorsitzenden Göksal Arslan war mit einer multinational besetzten Liste angetreten: 17 Kandidaten aus elf Ländern. Die Kandidaten der AWM hingegen stammen fast alle aus Pakistan.

Gewählt wurden Göksal Arslan, Tuba Hamoglu, Salih Bektas, Olga Lucas Fernandez, Yasemin Sevin, Fatma Seyyar, Sawsan Chahrrour, Luigi Masala und Cengiz Karabay von der IAM sowie Zafar Iqbal Muneeb und Moaz Ullah Meelo von der AWM. Sechs der neuen Mitglieder des Beirats stammen aus der Türkei, zwei aus Pakistan sowie jeweils ein Mitglied aus Spanien, Syrien und Italien.

4 438 Rodgauer ohne deutsche Staatsangehörigkeit

Der Ausländerbeirat besteht seit 1993. Er setzt sich besonders für Themen wie Kindergarten und Schule, Arbeits- und Wohnsituation sowie Jugendarbeit ein. Bereits im Jahr 2000 erarbeitete der Beirat ein „Konzept zur Integration in Rodgau“, das landesweit als vorbildlich galt.

Das aktuelle Integrationskonzept von 2007 formuliert Handlungsbedarf besonders bei der Bildung. Die PISA-Studie hatte gezeigt, dass Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem gravierend benachteiligt werden - mit der Folge, dass auch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sinken.

4.438 der 45.096 Rodgauer Einwohner besitzen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht einem Ausländeranteil von 9,8 Prozent. Am höchsten ist der Anteil an Ausländern In Nieder-Roden (12,1 Prozent), in Jügesheim am niedrigsten (7,7 Prozent). Die Zahlen stammen von Ende 2009.

104 Nationalitäten sind in Rodgau vertreten. Die größten Gruppen kommen aus der Türkei (1 100 Personen), dem ehemaligen Jugoslawien (892), Italien (372) und Polen (344).

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © S. Hofschlaeger / Pixelio.de

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