Shiro Yamamoto besucht 1. Judoclub seit mehr als 20 Jahren

Sommerschule: 150 Judoka lernen von Meistern aus Japan

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Shiro Yamamoto demonstriert die korrekte Haltung bis hin zur Stellung der einzelnen Finger.

Nieder-Roden - Kurze Kommandos auf Japanisch und das laute Klatschen fallender Körper sind seit gestern in der Sporthalle Wiesbadener Straße zu hören. In der Sommerschule des 1. Judoclubs Nieder-Roden haben 150 Sportler damit begonnen, sich in Technik und Kampfkunst weiterzuentwickeln. Freiwillige Helfer haben gestern früh die Halle mit rund 800 Quadratmetern Judomatten ausgelegt.

 

Judo ist keine Frage des Alters: Die Jüngsten sind sechs Jahre alt, die Ältesten haben den 70. Geburtstag hinter sich. Die Sportler kommen aus der ganzen Bundesrepublik, manche Vereine sind mit einer ganzen Gruppe angereist. Der gute Ruf der Veranstaltung reicht bis nach Frankreich: Einer der Judokas ist sogar aus der Bretagne gekommen.

Zwei hochkarätige Judolehrer aus Japan leiten das Training: zwei Stunden am Vormittag und drei Stunden am Nachmittag. Shiro Yamamoto und Katada Makoto unterrichten normalerweise am Kodokan in Tokio, der ältesten und bedeutendsten Judoschule der Welt. Ein roter Gürtel weist Yamamoto als Träger des zweithöchsten Meistergrades (9. Dan) aus. Sein jüngerer Kollege mit dem rot-weißen Gürtel hat den 8. Dan.

Aufwärmen und Gelenke dehnen ist vor dem Training angesagt. Nach 20 Minuten beginnen die ersten Fallübungen. 

Zum 24. Mal leitet Shiro Yamamoto den Sommerkurs in Nieder-Roden. Der weißhaarige Judomeister rückt einem Kind den gelben Gurt zurecht, dann demonstriert er den Schwarzgurtträgern die Feinheiten fortgeschrittener Kampftechnik. Dazu braucht er kein Wort Deutsch. Wenn jemand eine Übung besonders gut vorgeführt hat, reckt er einen oder beide Daumen hoch.

Seit 36 Jahren richtet der 1. Judoclub Nieder-Roden seine Sommerschule aus. Anfangs machten rund 50 Sportler mit, in den letzten Jahren lag die Teilnehmerzahl zwischen 130 und 170. Viele Sportler zelten auf den Wiesen am Don-Bosco-Heim. Mehrere Judovereine verbinden die Sommerschule mit einer Kinder- oder Jugendfreizeit. Das Gelände eignet sich dafür ideal. Ein gemeinsames Grillfest am Donnerstag um 19 Uhr ist ein fester Bestandteil des Programms.

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In Nieder-Roden sei es sehr schön und die Sommerschule sei sehr gut vorbereitet, lobt Shiro Yamamoto. Für die Ausrichter hatte er japanische Schokokekse als Mitbringsel dabei. Auch im nächsten Jahr wolle er kommen, wenn es seine Gesundheit erlaube, sagte er den Verantwortlichen des Vereins. Sie nehmen an, dass das dann der letzte Besuch sein könne. Yamamoto dürfte älter als 80 Jahre sein. Ganz genau weiß das in Rodgau aber keiner: Aus seinem Alter hat der Judolehrer immer ein Geheimnis gemacht. (eh)

Quelle: op-online.de

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