Spezielles Angebot von TGM SV stößt auf große Resonanz

Mädchenfußballtag stärkt Gemeinschaft

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Fußball ist schon lange nicht mehr nur Männersache. Der Deutsche Fußballbund und der Hessische Fußballverband tragen dem Rechnung und richten seit einigen Jahren in Kooperation mit Vereinen den „Tag des Mädchenfußballs” aus. Diesmal war TGM SV Jügesheim Veranstalter für den Fußballkreis Offenbach.

Jügesheim - Auf dem Fußballplatz der Turngemeinde 1888 Sportverein 1915 Jügesheim (TGM SV) tummelten sich ungewohnt viele Mädchen. Sie dribbelten vor den Toren, kämpften in Turnieren und folgten begeistert einem Spiel der Damenverbandsliga.

Kurz: Es ging um Frauen- und Mädchenfußball. Denn die für manche wichtigste Sportart in Deutschland ist auch beim weiblichen Geschlecht auf dem Vormarsch.

Das war nicht immer so. 1955, ein Jahr nach der gewonnenen Fußballweltmeisterschaft, setzte sich der Deutsche Fußballbund (DFB) zusammen und beschäftigte sich mit einem Phänomen, das den Herren offensichtlich nicht gefiel. Immer mehr Frauen wollten auch kicken. Am Ende ihrer Tagung hatten sie das Problem gelöst. Sie verboten Damenfußball-Abteilungen in den Vereinen.

Zur Begründung hieß es unter anderem: „... dass diese Kampfsportart der Natur des Weibes im Wesentlichen fremd ist ...“ Auch gesundheitliche Schäden wurden in die Waagschale geworfen, die sogar die Gebärfähigkeit beeinträchtigen würden.

Erst 1970 wurde das Verbot in der Bundesrepublik gelockert. Doch bis heute ist die Anerkennung bei den weiblichen Spielern geringer, auch die finanzielle. Die Männer bekamen 1990 eine Prämie für den Gewinn der Weltmeisterschaft von umgerechnet 64 .000 Euro, die Frauen 1989 für die Europameisterschaft ein schlichtes Kaffeeservice.

Immer mehr Mädchen spielen Fußball

Doch auch wenn heute noch Prämien und Gehälter der weiblichen Kicker deutlich unter dem Niveau ihrer männlichen Kollegen sind, immer mehr Frauen und Mädchen spielen gerne Fußball.

„Ich habe beim Training schnell gelernt, dass es bei den Mädchen anders läuft“, erzählt Mirko Tinz. Er ist Abteilungsleiter für den Frauenfußball beim TGM SV und hat den Schnuppertag in der MEWA-Arena organisiert.

Die Veranstaltung eröffneten Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Vorstandsmitglied Götz Schwarz sowie Abteilungsleiter Mirko Tinz vor knapp 150 Gästen.

Angetan zeigten sich auch der Sportkreisvorsitzende Peter Dinkel, der Leiter des Offenbacher Sportamts, Jürgen Weil sowie Wolfgang Steinheimer und Jörg Wagner vom Kreisfußballausschuss Offenbach. „Ein toller Tag für den Mädchenfußball“, war die einhellige Meinung. Während es bei den Jungen oft mehr über Kampf und Kraft geht, hat die Taktik bei den Spielerinnen einen viel größeren Stellenwert. Rund 80 weibliche Kicker sind bei TGM SV derzeit aktiv. Allerdings konnte dieses Jahr keine U 14-Mannschaft aufgestellt werden, und auch in den anderen Teams, von U 10 bis zur Damenmannschaft, wäre Verstärkung wünschenswert. Der Tag des Mädchenfußballs konnte hier sicher Abhilfe schaffen.

Los ging es mit einem lockeren Schnuppertraining. In zwei nach Alter sortierten Gruppen aufgeteilt zeigten sich dabei schon einige Talente. Anschließend gab es das „4:4-Fair-Play-Turnier“.

Acht Mannschaften mit kreativen Team-Namen wie „Shiney-Girls“, „Die wilden Mädchen“ oder „Butterflies“ kämpften um die meisten Fairness-Schleifen. Am parallel ausgetragenen DFB & McDonalds-Schnupperabzeichen nahmen 47 Mädchen teil. Mit großer Freude überreichte TGM SV 44 Mal Gold und dreimal Silber an die Teilnehmerinnen.

Große Siegerehrung zum Abschluss

Zum Abschluss des Tages fand eine große Siegerehrung statt. Auch zeigten die Großen, wie ein Spiel in der Verbandsliga abläuft. Die Jügesheimerinnen spielten gegen Germania Pfungstadt II.

Doch nicht nur in den Vereinen wird viel getan. Andreas Winterhalder ist Lehrer an der Heinrich-Böll-Schule

in Nieder-Roden. Dort hat er eine Mädchenfußball-AG ins Leben gerufen und schon kurz nach dem Start sind 16 Spielerinnen dabei. Vielleicht treten einige von ihnen eines

Tages in die Fußstapfen von Steffi Jones und Birgit Prinz. Denn selbst der DFB hat erkannt, dass Fußball auch eine tolle Sportart für Mädchen und Frauen ist.

kgn

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Quelle: op-online.de

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