Neue Kanalisation für die Rathenaustraße

Sanierung lässt Fragen offen

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Gleditschien-Allee an der Rathenaustraße: Ursprünglich sollte ein Straßenstück von 100 Metern saniert werden, nun streben die Stadtwerke eine größere Lösung an.

Für die Sanierung der Rathenaustraße streben die Stadtwerke ein Gesamtkonzept an. Dies teilte die städtische Pressestelle gestern auf Anfrage mit. Ursprünglich sollte nur ein 100 Meter langes Straßenstück saniert werden.

Jügesheim – Für die betroffenen Anwohner der Hausnummern 49 bis 61 bedeutet das einen kleinen zeitlichen Aufschub. Sie hatten die Nachricht erhalten, dass die Bauarbeiten Ende April losgehen sollen. Zusätzlich ging ein Ingenieur von Haus zu Haus.
Geplant war demnach ein Austausch des Abwasserkanals durch ein dickeres Rohr, um auch für schweren Starkregen gerüstet zu sein. Gleichzeitig sollten die Hausanschlüsse erneuert werden. Kosten pro Haus: etwa 3000 bis 10.000 Euro.

Nicht jeder Eigentümer will solche Beträge widerspruchslos bezahlen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Wurzeln der Alleebäume die Hausanschlüsse beschädigt haben könnten. Da die Bäume im öffentlichen Straßenraum stehen, stellt sich die Frage, ob die Stadt für die Reparatur aufkommen muss.

Die sogenannten Lederhülsenbäume (Gleditschien) sorgen zwar für gute Luft und im Sommer für ein angenehm schattiges Kleinklima, bringen aber auch unerwünschte Folgen mit sich. Die Wurzeln geraten mit Rohrleitungen in Konflikt. Außerdem drücken sie Gehwegplatten und Grundstücksmauern nach oben.

Wer die Straße aufgräbt, um Leitungen zu verlegen, muss die Oberfläche auch wieder herstellen. Das gilt auch für die Stadtwerke. Die Stadt will die Gelegenheit nutzen, um die Rathenaustraße zu sanieren. Dafür stehen 130 000 Euro im Haushaltsplan bereit – allerdings nur für den Straßenabschnitt der Hausnummern 49 bis 61. Das ist knapp die Hälfte der Allee.

Auf und ab geht es auf dem Bürgersteig. Die Baumwurzeln reichen bis unter den Grundstückszaun.

Warum soll nur dieses kleine Stück saniert werden? Und was genau ist mit den 130.000 Euro geplant? Dazu liegen bisher keine öffentlich zugänglichen Informationen vor. Mit Antworten ist in zwei Wochen zu rechnen. Dann treffen sich die Verantwortlichen der Stadtwerke mit Anwohnern der Rathenaustraße. Das Treffen kam auf Initiative einer Anliegerin zustande. Es findet am Mittwoch, 27. März, um 18.30 Uhr in der Aula der Georg-Büchner-Schule statt.

Vorschläge der Bürger sollen in ein Gesamtkonzept einfließen, wie die städtische Pressesprecherin Sabine Hooke nach Rücksprache mit dem Betriebsleiter der Stadtwerke ankündigt. Das bedeutet: Zunächst einmal wird nicht gebaut.

Nachdem die Stadt jahrelang nur die dringendsten Reparaturen am Straßennetz vornehmen konnte, steigt sie voraussichtlich nächstes Jahr in die Sanierung ein. Der Magistrat werde „der Stadtverordnetenversammlung vorschlagen, welche Straßen angegangen werden sollen“, kündigte Bürgermeister Jürgen Hoffmann vor fünf Wochen gegenüber unserer Zeitung an. Sanierungsbedarf bestehe unter anderem an der Wilhelm-Leuschner-Straße, Schillerstraße, Schulstraße und Weiskircher Straße.

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Für 2019 stehen nur drei kleinere Teilsanierungen im städtischen Haushaltsplan. Neben der Rathenaustraße (130.000 Euro) handelt es sich um die Liebigstraße zwischen Röntgen- und Boschstraße (110.000 Euro) und die Kreuzung Haupt-/Udenhoutstraße (85. 000 Euro). Ebenfalls 85.000 Euro stehen zur Sanierung einer Holzbrücke an der Römerstraße bereit. Diese Brücke dient als Schulweg und gilt als nicht verkehrssicher.

Für die Instandsetzung der Gehwege in allen Stadtteilen stehen 220.000 Euro bereit, für Radwege 85 000 Euro.

Das größte Bauvorhaben an öffentlichen Verkehrsflächen ist in diesem Jahr der geplante Geh- und Radweg zwischen Hainhausen und Rembrücken. Die Gesamtkosten sind mit 915.000 Euro kalkuliert. Dank staatlicher Zuschüsse und einer Kostenbeteiligung der Stadt Heusenstamm bleibt an Rodgau voraussichtlich nur ein Fünftel der Kosten (rund 190.000 Euro) hängen.

Von Ekkehard Wolf

Quelle: op-online.de

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