Huhn vom Busbahnhof gerettet

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Federvieh mit Rasse und Klasse: Wer vermisst dieses Huhn?

Jügesheim (eh) - So schnell kommt man zu einem neuen Haustier: Am Busbahnhof Jügesheim hat Notker Walter ein rotbraunes Zwerghuhn vor dem Straßenverkehr gerettet. Aber wem gehört das Tier?

Seelenruhig spazierte das Tier am Mittwochabend über die belebte Eisenbahnstraße. Ein Wunder, dass es nicht überfahren wurde! Auf dem Heimweg vom Lauftreff sah Notker Walter gegen 19.15 das Huhn auf der Fahrbahn. Er hielt an und schaltete den Warnblinker ein, um andere Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen.

Auf der Suche nach dem Besitzer des Zwerghuhns hatte der Tierfreund kein Glück. Keiner der Anwohner, bei denen er klingelte, hatte das Tier je zuvor gesehen.

Als schwierig erwies es sich auch, das Huhn einzufangen. Mit einer Decke aus seinem Auto hatte Notker Walter schließlich Erfolg. Mehr oder weniger widerstrebend ließ sich der geflügelte Zweibeiner im Auto mitnehmen. Die Nacht verbrachte er im Garten der Familie Walter - in einem Maschendrahtgehege, das sonst einer exotischen Echse (Bartagame) als Sommerquartier dient.

Tier mit Rasse und Klasse

Das Tier hat offensichtlich Rasse und Klasse. Der Vogel trägt ein rotbraunes, schwarz gerändertes Federnkleid mit elegant gefächerten Schwanzfedern. Aufrecht stolziert er durch das kleine Gehege - allerdings etwas aufgeregt, wenn ihm ein Fotograf zu nahe rückt.

Ob Weibchen oder Männchen, ist für Laien schwer zu beurteilen. Das Tier hat zwar keinen Kamm auf dem Kopf, aber es gackert anders als eine Legehenne: lauter, forscher. Und ist da nicht ab und zu eine Art Kikeriki zu hören?

Körner, Salatblatt, Tomate und ein Schälchen Wasser haben Martina und Notker Walter für ihren Logiergast bereitgestellt. Außerdem kann das Tier im Rasen nach natürlicher Nahrung picken. Nur behalten wollen Walters das hübsche Zwerghuhn nicht. „Wir haben Schildkröten, eine Bartagame und einen Igel haben wir gerade über den Winter gebracht“, erzählt Notker Walter: „Wir sind schon sehr tierlieb, aber ein Huhn möchte ich nicht haben.“ Er ist sich sicher: Irgendwo in der Nähe wartet jemand auf ein Lebenszeichen des entlaufenen Federviehs. Wer das Tier vermisst, kann sich unter der Nummer 06106/14281 melden.

Beim Geflügelzuchtverein Jügesheim hat Notker Walter schon nachgefragt. Vergebens. Vereinsmitglieder winkten ab: „Sie haben Angst, dass sie sich irgendwelche Krankheiten einfangen“, berichtet er. Über die offiziellen Zuchtbücher lässt sich nicht ermitteln, wem der Vogel gehört. Er trägt keinen Ring.

Quelle: op-online.de

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