Verein will einen weiteren Kunstrasenplatz bauen

JSK stellt sich Herkulesaufgabe

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Es grünt so grün: Im April 2008 wurde der Kunstrasen der TGS Jügesheim auf dem Sportplatz am Weichgraben verlegt. Für die Fußballer des Nachfolgevereins JSK Rodgau ist er so gut bespielbar wie eh und je. 

Der JSK Rodgau baut einen weiteren Kunstrasenplatz im Maingau-Energie-Stadion – obwohl Kunstrasen in der Debatte um Mikroplastik in die Kritik geraten ist. Für die Sportler überwiegen die Vorteile. 

Jügesheim – Die TGS Jügesheim, einer der Vorgängervereine des JSK, hatte vor elf Jahren seinen ersten Kunstrasenplatz auf dem Sportplatz am Weichgraben verlegt. „Wenn wir gewusst hätten, wie gut wir damit fahren, hätten wir nur Kunstrasenplätze“, sagte JSK-Vorsitzender Lothar Mark bei der Zusammenkunft.

„Wir haben keine Wartungsarbeiten, es ist immer noch ein Superplatz, drei Mal so oft bespielbar wie ein Rasen“, erläuterte Mark gegenüber unserer Zeitung. Nur ein Mal sei es nötig gewesen, Granulat nachzufüllen. Das Material macht den Platz weicher, schützt Sportler vor Verletzungen und sorgt dafür, dass sich der Ball fast wie auf Naturrasen verhält.

Die JSK-Fußballer sind in 38 Mannschaften aktiv, von den Jüngsten bis zur ersten Mannschaft. Jede Gruppe trainiert zwei- oder dreimal pro Woche und trägt ihre Punktspiele aus. Die vier Rasenplätze des Vereins sind jeweils maximal 18 bis 22 Stunden pro Woche bespielbar, also rund drei Stunden täglich. Mehr verträgt das Gras nicht.

Ein Aushängeschild des Vereins ist American Football. Diese Sportart beansprucht den Untergrund besonders stark. Im Winter braucht der Naturrasen besondere Schonung, damit er nicht kaputt geht. Dann teilen die Fußballer ihren Kunstrasenplatz in zwei oder gar drei kleine Flächen ein, sodass mehrere Mannschaften gleichzeitig trainieren können. Seinen neuen Kunstrasenplatz will der JSK auf einer Fläche anlegen, auf der sich bisher die American Footballer austoben. Das Gelände ist etwas uneben und wird scherzhaft als „Acker“ bezeichnet. Sobald der Kunstrasen in Betrieb ist, will der Verein den Fußballplatz an der Weiskircher Straße aufgeben. „Damit bekommen wir Ruhe in die Gemeinde“, sagt Lothar Mark mit Blick auf die Anwohner. An der Rodau soll dann nur noch Beachvolleyball gespielt werden. Als Zukunftsprojekt plant der Verein dort einen „Sportcampus“ mit Multifunktionshalle für Übungsstunden, Vorträge, Gastronomie und Feiern.

An der Entscheidung über den Kunstrasenplatz im Maingau-Energie-Stadion beteiligten sich 161 Mitglieder. 152 von ihnen stimmten dafür, fünf dagegen, vier enthielten sich. Manfred Ballüer, der im Vorstand für das Projekt verantwortlich ist, sprach von einer Herkulesaufgabe. Laut Beschluss darf der neue Kunstrasenplatz bis zu 1,6 Millionen Euro kosten. Zur Zwischenfinanzierung kann der Vorstand bis zu eine Million Euro an Hypotheken aufnehmen. Sie müssen zwei Bedingungen erfüllen: Zinssatz nicht mehr als ein Prozent, Laufzeit nicht mehr als fünf Jahre. Zum Vergleich: Für den ersten Kunstrasen musste die TGS vor elf Jahren rund 600 000 Euro bezahlen.

Vorsitzender Lothar Mark glaubt, dass der Kunstrasen im Jahr 2021 fertig wird: „Die Anträge sind alle gestellt. Im nächsten Jahr starten wir.“

VON EKKEHARD WOLF

Quelle: op-online.de

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