Sommerfahrzeug

Zaubert ein Lächeln aufs Gesicht: Andre Rotmann hat sich in den alten Fiat 500 verliebt

Andre Rotmann mit seinem schnuckeligen Fiat 500. Der Arzt nutzt den Cinquecento als Werbefläche für seine Praxis. Fotos: weil

Zugegeben, der Kalender und das Thermometer zeigen Herbst. Doch es kann immer noch schöne Tage und Sonnenschein geben, die es erlauben, das Schiebedach eines Wagens zu öffnen. 

Jügesheim - Es ist ein Auto, das gute Laune macht: Der Fiat Nuova 500 zaubert vielen Menschen ein Lächeln aufs Gesicht. Der italienische Kleinstwagen, der von 1957 bis 1977 gebaut wurde, hat Kultstatus. Andre Rotmann jedenfalls hat sich in den „Cinquecento“ verliebt. Der Gynäkologe, der eine Praxis in Nieder-Roden und Jügesheim betreibt, leistet sich neben seinem Porsche den kleinen Flitzer Baujahr 1971, weil der sein „Herz berührt“.

Beide Autos seien immer schon ein Traum von ihm gewesen, erzählt Rotmann. Diese Sehnsucht erklärt er mit seiner Herkunft. Bis er neun Jahre alt war, lebte seine Familie in Bukarest und siedelte 1970 mit wenigen Habeseligkeiten aus dem einst sozialistischen Rumänien nach Deutschland um. So landete der heutige Arzt in Offenbach. „Als kleiner Junge hatte ich nicht einmal ein Matchboxauto“, erinnert er sich.

Für Rotmann transportiert der beliebte Kleinwagen vor allem italienisches Lebensgefühl. Er denkt dabei an das organisierte Chaos im Verkehrsgewimmel der Großstädte, an Wäsche auf der Leine, die frische Pasta irgendeiner Mama und immer auch an eine Liebesgeschichte.

Sein toprestaurierter Wagen wurde vor drei Jahren aus Palermo überführt, Rotmann besitzt sogar noch die Originalkennzeichen. „Na klar, sehe ich, dass mir mehr Sympathien entgegenschlagen, wenn ich mit dem Fiat unterwegs bin, als mit dem Porsche“, erzählt der Arzt. Und doch schätzt er seinen noblen Sportwagen ebenfalls, optisch etwa dessen Orientierung an der „Urform“.

Der 58-Jährige interessiert sich dabei auch für Automobilgeschichte. Denkt an die fabrikmäßige Fertigung des Fiats in Turin zurück. Er liebt an dem kleinen Auto mit 18 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von etwa 80 Stundenkilometern Aspekte wie Authentizität und Originalität. Wenn die Familie zu viert zum Eis essen fährt, schafft der Wagen nur noch Tempo 60. „Aber ich fahre sowieso nicht gern schnell“, sagt Rotmann.

Der Mediziner liebäugelt übrigens mit zwei weiteren Kultautos, die so überhaupt nicht prestigeträchtig sind: dem kastenartigen Renault 4 und der berühmten „Ente“, dem Citroën 2 CV.

Auch wenn die Reihe „Sommerfahrzeug“ für dieses Jahr beendet ist, ist die Redaktion dankbar und offen für Hinweise auf Raritäten oder besonders kuriose Fahrzeuge: Leser melden sich mit ihren Tipps einfach unter red.rodgau@op-online.de

Von Simone Weil

Quelle: op-online.de

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