Hundeschule in der Ladenpassage

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Slalomlaufen in einem belebten Ortskern wie hier in der Einkaufszone in Jügesheim: So etwas übt die Gruppe, um den Hund auch an Ortszentren zu gewöhnen.

Jügesheim (chz) - Eine Hundeschule mitten im Ortszentrum? Verwunderte Blicke von Passanten erntete sie schon, die Gruppe des Schäferhundevereins Jügesheim. Acht Vierbeiner und ihre Besitzer absolvierten eine Übungsrunde hin zur Pfarrkirche St. Nikolaus und zurück zum Heimatmuseum.

„Malinois“, ein belgischer Schäferhund, der American Stafford „Bo“, der Presa Canario - einer Kanarische Dogge - namens Buzi, die beiden Labradore Nika und Jule, Huskie-Schäferhund Ella, Zwergschnauzer Luna und Dobermann Spike - in der Hundeschule sind alle Rassen vertreten. „Wir wollen ja jedem Hund helfen und damit letztlich jedem Hundehalter“, erklärt Michael Jäger, stellvertretender Vorsitzender und Übungswart des Vereins. Er ist ausgebildeter Hundelehrer, bei dem sich auch zuhause alles um seine drei Hunde dreht.

Das Ziel des Trainings mitten in Jügesheim: „Wir wollen die Hunde fördern, auch im so genannten Außenteil entsprechend zu reagieren. Auf dem Hundeplatz verhalten sich die Tiere anders als im restlichen Verkehr, und wenn sie vom Platz herunterkommen, ist alles Gelernte vergessen.“

Hunde werden im Ortszentrum oft unsicher

Im Feld, wo die meisten Hunde ausgeführt werden, können sie laufen und mit anderen Hunden spielen, doch wenn die Besitzer mit ihnen in den Ort gehen wollen, werden sie oft unsicher. Deshalb wird genau das geübt: vom Parkplatz vor dem Museum über die Ludwigstraße durch die Rodgau-Passage hin zur Kirche St. Nikolaus. Während die Paare einzeln die Straße queren, müssen die anderen Hunde sitzen bleiben. In der Rodgau-Passage beginnen die Übungen wie etwa der Slalom zwischen den Begrenzungspfählen oder auch durch die lange Reihe der Hunde mit ihren Hundehaltern – ohne sich ablenken zu lassen.

Viele Übungen sollen die Sicherheit des Hundes und damit auch des Halters steigern. Den eigenen Hund anbinden, die anderen gehen vorbei – er darf sich nicht bewegen, auch wenn Frauchen sich versteckt. Ein freudiges Begrüßen, wenn sie wieder ins Blickfeld kommt, ist natürlich erlaubt. „Wenn gerade die kleinen Hunde dazu aufstehen: wundern Sie sich nicht, sie können im Stehen besser ihre Freude ausdrücken mit Schwanzwedeln etwa“, beruhigt der Hundelehrer. Er versucht die sitzenden Hunde aus der Ruhe zu bringen, indem er hinter ihnen vorbeirennt und damit Jogger simuliert. Oder er geht nahe vor den Hunden vorbei und begrüßt wortreich ihre Besitzer. Das muss der vierbeinige Freund ohne größere Regung akzeptieren.

Nach der Übungsstunde dürfen sie spielen

Sollte der Hund beim Laufen auf Andere reagieren: immer kurz an der Leine zu sich heranziehen. Und auch wenn die Hunde sich kennen: Nach der Übungsstunde dürfen sie miteinander spielen, „aber jetzt sind wir in der Schule! Keine Kontakte!“ Einer der Grundsätze schlechthin: „Sie müssen immer Dominanz zeigen gegenüber Ihrem Hund – wenn der merkt dass Sie unsicher werden, entgleitet er Ihnen.“

Auch wenn es für die Runde durch den Ort sehr viel Konzentration brauchte, für die Halter wie für die Hunde im Alter von sechs Monaten bis zu sieben Jahren: Es machte beiden Gruppen sichtlich Spaß und der Erfolg machte auch stolz.

Das Angebot dieser Übungsstunden macht der Schäferhundeverein Jügesheim nicht nur seinen Mitgliedern. Den Verein hat sein Gelände am Nehlsee 5, die Hundeschule gibt’s erst rund zwei Jahre. Die Gruppe arbeitet mit Zehnerkarten für 40 Euro. Deshalb muss jemand, der seinen Hund vielleicht nur etwas erziehen möchte, nicht gleich eintreten.

Quelle: op-online.de

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