Junge Sportler als Fotomodels

+
Nach dem anstrengenden Foto-Shooting können sie wieder natürlich lächeln: Jennifer Kirschke und Marcel Kiefer repräsentieren die TGM SV Jügesheim auf den Plakaten.

Jügesheim - (af) Soziales Engagement beweist TGM SV Jügesheim auf dem Gebiet der Integration. Neuestes Projekt ist die Teilnahme an der Plakatkampagne „Gelebte Integration“.

In einem internen Auswahlverfahren wurden die zehnjährige Jennifer Kirschke und der neunjährige Marcel Kiefer aus Dudenhofen ausgesucht, den Verein zu repräsentieren. Die beiden sind schon lange in der Judo-Abteilung aktiv, Jennifer tanzt außerdem beim RTC und Marcel spielt Klavier.

Dass man sich für sie entschieden hat, war für die Zwei eine Überraschung. „Für die Plakate fotografiert zu werden, hat schon Spaß gemacht. Aber sie haben ungefähr 100 Bilder gemacht, da wurde das Lächeln irgendwann anstrengend“, erzählen die jungen Fotomodelle.

Mit dem Thema Integration sind Jennifer und Marcel auf unterschiedliche Weise in Berührung gekommen. Jennifers beste Freundinnen kommen aus Albanien und Russland, Marcel wuchs zweisprachig auf. Sein Vater ist Deutscher, seine Mutter kam Ende der 80er Jahre aus der Türkei nach Deutschland.

Sie selbst erhielt damals wenig Unterstützung und hatte Schwierigkeiten Deutsch zu lernen. Heute ist sie Mitglied im Alevitischen Kulturverein und hilft anderen Menschen sich zurechtzufinden.

Beim Judo ist die Herkunft egal

Auch die Judo-Gruppe von Marcel und Jennifer ist ein Beispiel gelebter Integration. Trainer Jens Koitek sagt: „Wir sind eine multi-kulturelle Gruppe. Beim Judo ist die Herkunft egal, wir tragen alle weiße Anzüge. Es ist das gemeinschaftliche Interesse, das zusammenschweißt.“

FAKTEN:

In Rodgau leben 4.422 Ausländer.

Die Türken (1.095) bilden die stärkste Gruppe, gefolgt von Kroaten (471), Italienern (358), Polen (339), Bosniern (138),Pakistani (137), Österreichern (134) und Afghanen (130).

Bereits seit 2007 engagiert sich TGM SV bei dem Projekt „Vereine aktiv für Integration“, das vom Integrationsbüro des Kreises Offenbach und dem deutsch-türkischen Forum von Stadt und Kreis Offenbach ins Leben gerufen wurde. Um die Integrationsarbeit weiter zu vertiefen, ging der Verein eine Partnerschaft mit dem Alevitischen Kulturverein Rodgau ein, der ebenfalls an der Kampagne der „Gelebten Integration“ teilnimmt. Die Arbeit innerhalb des Vereins leisten die beiden Integrationsbeauftragten Hermann Tetiwa und Notker Walter. Ihnen geht es darum, Vorurteile abzubauen und Interesse und Verständnis an andere Kulturen zu wecken. Wichtig sind auch gemeinsame Aktivitäten und die Begegnungen vor und nach dem Training und bei sportlichen Wettkämpfen.

Quelle: op-online.de

Kommentare