Jugendliche helfen Jugendlichen

Rodgau (bp) - Die Stadt fügt ihren vielen Berufsfindungsprojekten ein weiteres hinzu. Das neue Projekt „Juniorexperten“ soll Schülern den Übergang von der Schule zum Beruf ebnen.

Jugendliche Auszubildende aus der Georg-Kerschensteiner-Berufsschule Obertshausen (GKS) erzählen dabei Schülern in Rodgau aus ihrem Berufsleben. Das Projekt baut darauf, dass Schüler zu Schülern einen besseren Draht haben, als Schüler zum Beispiel zum Berufsberater. „Niemand kann Jugendlichen authentischer ihre eigenen Berufserfahrungen schildern, als Jugendliche“, warben Stadtrat Michael Schüßler, Vertreter und eine Vertreterin der beteiligten Schulen sowie das Kommunale Bildungsmanagement der Stadt gestern für die Neuerung.

„Zu viele Schüler entscheiden sich aus Angst oder Unkenntnis gegen eine Berufsausbildung. Stattdessen besuchen sie dann eben eine weiterführende Schule. Andererseits kann die lokale Wirtschaft ihre Lehrstellen immer schwerer besetzen“, schilderte GKS-Leiter Arnold Gündling das Problem.

Am 2. Februar 2012 schwärmen zum Projektauftakt 110 GKS-Schüler aus und stellen an Rodgauer Schulen sieben Berufe aus Gastronomie, Büro und Logistik vor. Es geht dabei nicht um fachlich ausgefeilte Vorträge, sondern darum, Gefühle und Eindrücke zu vermitteln. Nach den 45 Minuten Präsentation sind Einzelgespräche möglich. Perfekt verlaufen wäre die Veranstaltung, sofern sich daraus Patenschaften von GKS-Schülern für Altersgenossen aus den Rodgauer allgemein bildenden Schulen ergeben.

In Rodgau profitieren insgesamt etwa 200 Schüler

In Rodgau profitieren davon insgesamt etwa 200 Schüler in der Geschwister-Scholl, der Heinrich-Böll- und der Georg-Büchner-Schule. An allen drei Schulen gibt es zwar bereits diverse Programme zur Berufswahl. Die „Juniorexperten“ sind nun ein weiterer Ansatz.

Die Azubis der GKS melden sich zur Teilnahme an dem Projekt freiwillig. Ihre Schule bereitet sie auf ihre Aufgaben sowohl inhaltlich als auch methodisch vor. Die Schüler erhalten für ihr Engagement ein Zertifikat der Schule. Die lokale Wirtschaft ist ebenfalls im Boot.

Der Auftaktveranstaltung am 2. Februar sollen weitere Initiativen folgen - etwa eine Vorstellungsrunde mit gewerblichen Berufen und dem Handwerk.

Lesen Sie zu diesem Thema den Kommentar:

Schule im Wandel

Markus Rudolf, Student der Wirtschaftspädagogik an der Uni Frankfurt, begleitet die „Juniorexperten“ und schreibt darüber seine Masterarbeit. Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr angesetzt und wird bei der Stadt von Kerstin Perizonius koordiniert. Die „Juniorexperten“ sind in der Region einzigartig. In Nürnberg und München gibt es Vorbilder.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare