Die Gegner fest im Griff

Kampfkunstakademie bringt enorm erfolgreiche Absolventen hervor

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Trainer Andreas Bengez kann sich freuen: Zuletzt wurde der 14-jährige Dominic Schmidt bei der Grappling-Weltmeisterschaft in Manchester Vizeweltmeister in der Altersgruppe der Teens. Studiokollege Cedric Chojnowski (im Bild) schaffte sogar den Weltmeistertitel in der Klasse der Kinder.

Nieder-Roden - Dominic Schmidt ist einer von vielen erfolgreichen Kindern und Jugendlichen an einer Nieder-Röder Kampfsportschule. Zuletzt wurde der 14-Jährige bei der Grappling-Weltmeisterschaft in Manchester Vizeweltmeister in der Altersgruppe der Teens. Von Bernhard Pelka 

Zwei Körper ringen miteinander am Boden. Hände zerren an Armen. Unterarme und Knie wehren Attacken ab. Bloß keinen Griff zulassen. Laien erkennen nur ein Knäuel aus Gliedmaßen, das sich auf der roten Matte windet. Aber Kenner sehen sofort, welche raffinierten Techniken die Kämpfer anwenden. Alles geht blitzschnell und doch sehr kontrolliert. Lisa schlingt ihr Bein um den Hals von Dominic. Der kann dem Würgegriff nicht mehr entrinnen – und muss aufgeben: Training in der Kampfkunstakademie Bengez. Dominic Schmidt ist einer von vielen erfolgreichen Kindern und Jugendlichen an der Nieder-Röder Kampfsportschule. Zuletzt wurde der 14-Jährige bei der Grappling-Weltmeisterschaft in Manchester Vizeweltmeister in der Altersgruppe der Teens. Sein Studiokollege Cedric Chojnowski (10) schaffte sogar den Weltmeistertitel in der Klasse der Kinder. Die beiden haben sich auf das brasilianische Jiu Jitsu spezialisiert und sind besonders im Bodenkampf stark.

Beim Grappling treten Gegner diverser Kampfstile an: Ringen, Judo, Jiu Jitsu und mehr. Hebel, Würfe, Würgegriffe: „Jeder versucht, sich mit seinem Stil durchzusetzen“, erläutert Trainer Andreas Bengez, der die Schule betreibt. Auf die Leistungen seiner Schülerinnen und Schüler kann er stolz sein. Zahlreiche Weltmeistergürtel und Fotoaufnahmen von Kämpfen schmücken die Wände des Aufenthaltsraums: Trophäen aus vielen siegreichen Jahren seit Gründung des Instituts im Jahr 1994.

Dominic Schmidt kam über seine Schwester Alexandra zum Kampfsport, die ebenfalls in Nieder-Roden trainierte. Schon mit viereinhalb Jahren stand er auf der Matte. Auch Cedric Chojnowski hat sehr früh angefangen. „Er wollte schon immer kämpfen“, sagt seine Mutter. Binnen sechs Jahren hat der Junge aus Nieder-Roden es zum Weltmeister in seiner Altersklasse gebracht.

Sensationen des Sportjahres 2016

Außer Kraft, Schnelligkeit und Siegeswillen nehmen die Kampfsportler vor allem viel Selbstvertrauen mit aus dem Training und den Wettbewerben. „Und Respekt voreinander“, ergänzt Andreas Bengez. Regelmäßig muss er Vorurteile ausräumen: „Das mag zwar Kämpfen sein, es ist aber nicht pure Gewalt. Keiner will einem stupide weh tun. Das ist viel Technik und so wie beim Schach. Jeder muss sehen, wie er Zug um Zug durchkommt.“

Dafür trainieren Dominic und Cedric sehr hart. Jeden Tag sind sie zwei bis drei Stunden im Studio. Wohin geht diese ehrgeizige Reise? Das ist offen. Fest steht hingegen, dass der Flug zur nächsten Weltmeisterschaft schon so gut wie gebucht ist. Am 22. und 23. April 2017 geht’s in New York um alles. Daumen drücken!

Quelle: op-online.de

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