Kannen-Parade schmückt das Heimatmuseum

Waltraud Braden aus Nieder-Roden sammelt nicht nur alte Kaffeekannen. Auch Puppen mag sie sehr.

Rodgau - Es gibt bauchige, gestreckte mit steilen Wänden, taillierte und welche in Kegelform. Die Vielfalt der Formen von Kaffeekannen ist so groß wie die Zahl der Ausstellungsstücke im Heimatmuseum Nieder-Roden. Keine Kanne gleicht einer anderen. Von Bernhard Pelka

Herzstück der Präsentation rund um das aromatische Heißgetränk sind 60 Kaffeekannen aus der Sammlung von Waltraud Braden. Angefangen hat diese Leidenschaft mit einer Entdeckung im heimischen Keller. „Beim Gruscheln hab ich eine Kanne von 1894 gefunden. Es war ein Hochzeitsgeschenk meiner Uroma“, erinnert sich die Sammlerin.

Fein verzierte Kanne

Weitere Erbstücke kamen hinzu, dann sprach sich herum, „dass die Waltraud Kannen sammelt“.Und so entstand mit den Jahren ein sehenswerter Fundus von mittlerweile 80 reizvollen Objekten. „Sogar von einer Urlaubsreise zur Verwandtschaft nach Irland habe ich eine alte Kanne mitgebracht.“

Kaffeekannen:

Vor der Erfindung der Kaffeemaschine wurde Kaffee meist in Teekannen ähnlichen Gefäßen aufbewahrt und serviert. Da man das Getränk früher für gesundheitlich zumindest bedenklich hielt, waren diese jedoch ursprünglich sehr viel kleiner als Teekannen. Kaffeekannen wurden meist aus Porzellan oder Steingut hergestellt, da diese die Wärme weniger leiten als die bei Teekannen auch üblichen Materialien wie dünnwandiges Porzellan, Silber oder Messing.

Quelle: Wikipedia

Anfangs dienten die teils fein verzierten Stücke lediglich Dekorationszwecken auf dem Kamin zuhause. Aber jetzt finden sie mit der Ausstellung im Heimatmuseum den Weg in die Öffentlichkeit und erfahren am kommenden Sonntag und dann nochmals am ersten Sonntag im April die verdiente Aufmerksamkeit eines breiten Publikums.

Tassen, Bonbonieren, Zuckerdosen, Milchkannen - eben alles, was zu einem gemütlichen Kaffeenachmittag gehört - ergänzen die eindrucksvolle Kannen-Parade. Waltraud Bradens Kolleginnen im Ausstellungsteam, Ilse Eberhardt und Anneliese Aberle, haben wirklich ganze Arbeit geleistet. Zu sehen sind deshalb auch Vorläufer der Porzellankannen, wie zum Beispiel die Urberacher Kaffeetöpfe aus vergleichsweise grobem Tonbrand. Oder Kannen aus Blech, deren verlockend duftender Inhalt vor dem Genuss am Kaffeetisch zunächst durch ein kleines Sieb gegossen werden musste.

Ilse Eberhardt hat die Ausstellungsstücke mit Schildern versehen, deren Texte die Exponate erläutern. Zu lesen ist aber unter anderem auch von früheren Verarbeitungstechniken beim Kaffeerösten. Davon können sich Besucher am Sonntag, 14 bis 18 Uhr, im Museum an der Kirche St. Matthias ein Bild machen.

Flaschen & Kannen

Die Schau schlägt überdies den Bogen in die Gegenwart und zeigt neben den vielen historischen Stücken auch einen modernen Kaffeeautomaten. Und selbst der Humor kommt nicht zu kurz. Denn sinnreiche Sprüche rund um den Kaffee garnieren die vielfältige Ausstellung. Etwa dieser: „Eher will ich Männer hassen, als den guten Kaffee lassen.“ Na dann  . . .

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Quelle: op-online.de

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