Auf Stimmenfang bei der Jugend

Die Kanzlerin aus dem Smartphone

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Dank „Merkel-App“ erwacht das Wahlplakat zum Leben - wie hier an der Mainzer Straße in Dudenhofen.

Rodgau - Acht Tage vor der Wahl versuchen Parteien und Kandidaten noch einmal alles, um potenzielle Wähler anzuwerben. Neben verschiedensten Werbegeschenken, Diskussionen oder Plakaten richten sich die Parteien auch auf das Interessengebiet der Jugend aus: das Internet und die Technik.

Social-Media-Plattformen entwickeln sich immer mehr zum Sprachrohr der Politiker. Während manche Direktkandidaten ihre Telefonnummer auf ihrer Homepage veröffentlichen, zum Beispiel Patricia Lips (CDU) und Ralf Kunert (SPD), treten die anderen zusätzlich über Facebook und Twitter mit ihren Wählern in Kontakt. Werner Kremeier von den Grünen lässt sich zurzeit über Probleme mit den Datenschutz und der Umwelt auf Facebook aus, Dr. Jens Zimmermann (SPD) schreibt fleißig auf Twitter über das Tagesgeschehen.

Damit Wähler schneller und besser über das Wahlprogramm und Veranstaltungen informiert werden, tendieren immer mehr Parteien und Politiker dazu Apps anzubieten. Eine Partei greift dabei tief in die Trickkiste - die CDU.

Superwahltag: Nachgefragt bei Erstwählern

Die so genannte „Merkel-App“ bietet Smartphone- oder Tabletnutzern verschiedene Funktionen an. Eine davon: Wer eines der drei Wahlplakate mit der Bundeskanzlerin sichtet, kann dieses mit der App festhalten und wird Zeuge davon, wie das Plakat zum Leben erwacht. Bei einem der Plakate scheint es so, als ob die Kanzlerin direkt aus dem Bildschirm käme und versuche ein Gespräch bezüglich der Wahlkampagne zu führen. Die anderen Plakate verwandeln sich in Wahlspots.

Diese technologische Spielerei funktioniert sowohl bei kleinen als auch großen Plakaten, bei Regen und Sonnenschein. Wer keines der Plakate in seiner Umgebung sichtet, kann sich die Bilder auf der Homepage der Partei herunterladen und es ausprobieren. In Nordrhein-Westfalen wird dieser Dienst auch von der SPD angeboten.

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Auffallend sind auch QR-Codes, die auf fast allen Plakaten der Parteien platziert worden sind, zum Beispiel bei Jörg Uwe Hahn (FDP) und Ralf Kunert. Diese ähneln vom Äußeren normalen Strichcodes, werden jedoch mit einer App eingescannt. Danach erfolgt eine Weiterleitung zu einen bestimmten Text oder eine Homepage. Die Grünen schicken den Nutzer beispielsweise direkt zu ihren Wahlkampfthemen. Ungefährlich ist dieser Spaß für die Parteien nicht hundertprozentig. Es besteht die Möglichkeit, durch einfaches Abkleben den Code unbrauchbar zu machen oder durch Überkleben auf eine andere Seite geführt zu werden, die nichts mit dem Wahlkampf gemein hat.

Auf Weblogs informieren die Parteien ihre Wähler und andere Interessierte über Neuigkeiten. Die SPD geht einen Schritt weiter und nutzt einen Blog für eine Offensive gegen CDU und FDP. Sämtliche „Merkeleien“ von öffentlichen Auftritten oder Kampagnen werden dort aufgeführt.

Die lustigsten Wahlkampf-Pannen der Politiker

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Wer im Parteienmeer den Überblick verliert und noch keine Entscheidung getroffen hat, kann beispielsweise den Wahl-O-Mat benutzen - eine Initiative der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Dieser stellt dem Nutzer 38 Fragen, die später mit den Antworten verschiedener Parteien verglichen werden. Somit wird eine Übereinstimmung in Prozenten ausgerechnet und kann auf diese Weise den Unentschiedenen weiterhelfen.

lh

Quelle: op-online.de

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