Kastenfrosch und Teddy-Klinik

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Wie sieht es im Maul von Günter Kastenfrosch aus? Und wie hört sich der Herzschlag meines Kuschelhasen an? Viel Wissbegier stillte das Kinderfest an der Waldfreizeitanlage Jügesheim. 

Jügesheim - Trotz dunkler Wolken blieb das Kinderfest der Stadt Rodgau vom Regen verschont. Fast 30 Vereine, Gruppen und Einzelpersonen boten den kleinen Gästen fünf Stunden lang ein großes Programm von A (Airbrush-Tattoos) bis Z (Zauberkunst). Von Ekkehard Wolf

Einen Ansturm erlebte die Kuscheltier-Klinik des Roten Kreuzes. 22 ehrenamtliche Helfer untersuchten und verarzteten die Stofftiere nach allen Regeln der Kunst.

Ehrenamtliche Helfer untersuchten die Stofftiere nach allen Regeln der Kunst.

„Das ist Hoppelhase, er hat die Pfote gebrochen“, stellte ein Mädchen seinen kleinen Patienten vor. „Da müssen wir eine Schiene anlegen, aber das tut nicht weh“, sagte die Kuscheltierärztin vom Roten Kreuz. Ein stabiler Verband, eine Tüte bunte Pillen - und das Mädchen durfte den Hasen wieder mit nach Hause nehmen: „Aber heute nicht hoppeln lassen!“ Mit großen Augen beobachteten die Kinder, wie ihre Kuscheltiere untersucht wurden. Durchs Stethoskop hörten sie echte Herztöne, ein EKG-Bildschirm zeigte ihnen täuschend echt aussehende Kurven an - und aus der Röntgenkiste wurden sogar Tierskelette auf die Leinwand projiziert, die „Dr. Knut“ professionell erklärte: „Seehund, Flossenfraktur links“. Bange Blicke zogen die drei Frauen am „Operationstisch“ auf sich - in grünen OP-Kitteln und mit Haube über den Haaren. Mit bangen Blicken verfolgte ein Junge, wie sein Teddy genäht wurde.

Bilder vom Kinderfest

Kinderfest in Jügesheim

„Die armen, kranken Tiere, wir sind froh, dass wir ihnen helfen können“, sagte Uschi Singerhoff, die ebenso wie Ingeborg Neander früher als OP-Schwester gearbeitet hatte. Angelika Schierz, die Dritte im Bunde, bringt keine medizinische Erfahrung mit: „Ich bin dabei, weil ich nähen kann.“ Ellen Abröll von der Rotkreuz-Ortsvereinigung Rodgau freute sich über die große Resonanz auf die Kuscheltier-Klinik, die auf einer Idee aus Trebur basiert: „Wir wollen den Kindern damit ein bisschen die Angst vor der Institution Krankenhaus nehmen.“

Auch außerhalb der Klinikzelte gab es auf dem Waldfestplatz Jügesheim viel zu erleben: Die Kinder streichelten Schafe und ein Stinktier-Baby, trafen einen „echten“ Indianer, sausten mit der Kistenrutsche, suchten Schatzsteine im Sand, feilten weiße Steine zu Figuren, bastelten Feenhüte und Zauberstäbe, rösteten Stockbrot am offenen Feuer . . . und noch vieles mehr. Kräftige Windstöße schüttelten Bucheckern, Eicheln und Kastanien vom Baum. Eifrig bückten sich viele Kinder auf dem Heimweg nach den Kastanien, bis ihre Jackentaschen voll waren.

Quelle: op-online.de

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