Team hat kräftig angepackt

Katholische Gemeinde träumt von Sanierung des Don-Bosco-Heims

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Aktives Team: Heribert Söllner, Gregor Hünseler und Daniel Paukstat vor dem Don-Bosco-Heim. Nötig wäre eine Generalsanierung, doch die Gemeinde würde sich bereits über eine ausrangierte Einbauküche und einen Satz neues Geschirr freuen. 

Nieder-Roden - Von einer Generalsanierung können sie nur träumen. Trotzdem gehen die Freizeithandwerker der katholischen Pfarrgemeinde St. Matthias Nieder-Roden unverdrossen ans Werk.

Aktuell arbeitet eine Gruppe junger Pfarreiangehöriger um Heribert Söllner, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrverwaltungsrats, die hölzernen Klappläden am Don-Bosco-Heim auf. Nötig, sagt Söllner, wäre noch viel mehr. Der Wald jenseits der B 45 sieht noch nach Sommer aus. Dennoch fällt seit Kurzem mehr Licht auf das Gelände, wo die Pfarrei seit rund drei Jahrzehnten ihre Feste feiert. Mehr als vier Wochen lang haben sich Daniel Paukstat, Gregor Hünseler und weitere junge Männer aus dem Kreis der früheren Pfarrjugend abgerackert, um mehrere brüchig gewordene Robinien zu fällen – aus Sicherheitsgründen, betont Söllner. Ersatzweise haben die Freiwilligen in Abstimmung mit Forst- und Naturschutzbehörden junge Stieleichen gepflanzt.

Zu tun gibt es ständig rund um das Don-Bosco-Heim, Mitte der 1980er Jahre als Ersatz für einen abgebrannten Vorgängerbau von Mitgliedern der Pfarrei in Eigenarbeit errichtet und seither als Festlokal in Nieder-Roden etabliert. Pfingsten, Christi Himmelfahrt und Erntedank feiert die Gemeinde dort. Von April bis Oktober finden laut Söllner an fast jedem Wochenende private oder Vereinsfeiern statt. „Die Vermietung ist unsere einzige Einnahmequelle“, sagt Gregor Hünseler. Vereine, die das Gebäude mit seinen beiden Sälen, Küche und dem großen Vordach regelmäßig buchen, zahlen etwas weniger als Privatmieter bei Hochzeits-, Geburtstags- oder anderen Familienfeiern.

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Reich wird St. Matthias mit den Erträgen nicht, zumal immer wieder Geld in die Instandhaltung gesteckt werden muss. Söllner, früher Bauamtsleiter bei der Stadt Rodgau und von der Diözese Mainz 2015 für sein Engagement in Baufragen mit der Martinus-Medaille ausgezeichnet, ist nach eigenen Worten dankbar für den Einsatz der jungen Leute aus der Pfarrei. Ganz ohne Finanzen funktioniert indessen auch Eigenarbeit nicht. Die jüngste große Renovierung liegt rund zwölf Jahre zurück. Damals gab es unter anderem innen frische Farbe.

Ein neuer Anstrich täte auch jetzt wieder gut, finden Söllner, Paukstat und Hünseler. Gerne würden sie zudem das Sammelsurium alter Spot-Lampen und Neonröhren, das den großen Saal mit seinen bis zu 60 Sitzplätzen notdürftig erhellt, durch eine effizientere Beleuchtung ersetzen. Auf der Agenda stehen in diesem Herbst und Winter auf jeden Fall kleinere Reparaturen an der Holzverkleidung unter der Decke. Die hölzernen Klappläden vor den Fenstern, wichtig vor allem zum Schutz gegen früher häufige Einbrüche, werden nacheinander abgeschliffen. Die Helfer haben sie umgehängt, damit nicht immer die gleichen Bretter auf der Wetterseite den Elementen ausgesetzt sind.

Andere, größere Baustellen müssen mangels finanzieller Mittel, Zeit und Arbeitskraft liegen bleiben. Dass das Don-Bosco-Heim weder einen Keller hat, der die Bodenfeuchte abhalten könnte, noch über einen Kanalanschluss verfügt, lässt sich ohnehin nicht ändern. Daniel Paukstat macht sich Sorgen um das Dach, nachdem an der Decke innen graue Flecken aufgetaucht sind. Ein Überflug mit einer Kamera-Drohne habe nichts gebracht, sagt Paukstat: „Da müsste mal ein Fachmann drüber schauen“ – aber das wäre teuer.

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Immerhin: Mit vereinten Kräften haben die Helfer vor drei Jahren die Toiletten im Nebenbau erneuert, zuvor auch dessen Dach. Ein Austausch von Möbeln und Geräten wäre auch in der Küche angezeigt: Der Elektroherd gehe langsam in die Knie, berichtet Söllner. Die betagten Kühlschränke, bei Festen im Sommer immer wichtig, funktionieren oft mehr schlecht als recht.

Ein Satz neues Geschirr wäre laut Heribert Söllner auch willkommen. Anspruchsvoll sind er und seine Mitstreiter nicht: „Wenn einer eine neue Einbauküche bekommt, nehmen wir die alte gern“, sagt Gregor Hünseler – Brauchbarkeit vorausgesetzt. Wer etwas anzubieten hat, meldet sich am besten im Pfarrbüro St. Matthias: Tel.: 06106/76555. (zrk)

Quelle: op-online.de

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