Ordnungsbehörde nimmt dritte Messtafel in Betrieb

Kaum Raser an den Tempo-Tafeln

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So freundlich kann die Tempokontrolle sein: Erster Stadtrat Michael Schüßler mit dem neuen Messgerät.

Rodgau - Autofahrer in Rodgau halten sich überwiegend an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Das hat die Auswertung der Tempo-Messtafeln am Straßenrand ergeben, wie die Stadtverwaltung mitteilt.

Die Anzeige des Fahrtempos bringt die meisten Fahrer offenbar dazu, sich regelkonform zu verhalten. Die Stadt hat jetzt ein drittes Gerät angeschafft. Mit dem Grundsatz „Lieber vorbeugen als strafen“ hat die städtische Ordnungsbehörde gute Erfahrungen gemacht. Die Anzeigetafeln haben einen deutlichen Einfluss auf die Geschwindigkeit. Je langsamer, desto sicherer: Das gilt besonders an Kindergärten, Schulen und anderen Stellen, wo viele Menschen die Straße überqueren. „Vielen Verkehrsteilnehmern ist nicht bewusst, wie schnell sie fahren“, meint man im Rathaus. Die Tempo-Anzeige erinnert schnelle Fahrer, ohne sie zur Kasse zu bitten.

Die neue, dritte Messtafel ist ein technisches Schmuckstück. Sie misst und speichert nicht nur die Geschwindigkeit in beiden Fahrtrichtungen, sondern begrüßt die Fahrer auch mit einem kurzen Text oder einem Symbol. Der Text ist frei programmierbar. So kann die Tafel auch auf Gefahrenstellen oder eine geänderte Vorfahrt hinweisen.

Das Gerät hat rund 3 500 Euro gekostet. Darin ist auch die Auswertungs-Software enthalten. Der Rechenweg erinnert an die Noten im Eiskunstlauf: Das höchste und das niedrigste Ergebnis werden abgezogen, aus dem Rest wird der Durchschnitt ermittelt. Was dabei herauskommt, beschreibt die städtische Pressesprecherin Sabine Hooke so: Die Autofahrer in Rodgau hielten sich überwiegend an das Tempolimit, lediglich die Hauptstraßen außerhalb der Stoßzeiten verleiteten offenbar zu schnellerem Fahren. Laut Polizei gebe es in Rodgau keine Unfallschwerpunkte. Auf den Wohnstraßen werde die Höchstgeschwindigkeit nur minimal überschritten, vermutlich wegen der parkenden Autos am Straßenrand.

Die drei Messtafeln sind ständig im Einsatz. Sie hängen an wechselnden Stellen, vor Schulen und Kindergärten auch mehrmals im Jahr. Die Tempo-Reduzierung sei deutlich, sagt Sabine Hooke, der Effekt lasse aber mit der Zeit nach: „Deswegen werden die Tafeln nur für maximal zwei Wochen an einem Standort aufgehängt.“

Manchmal haben die Messungen auch unangenehme Konsequenzen. Wenn sich die Tempo-Verstöße häufen, baut die Ordnungspolizei ihre mobile Radarstation auf. Das ist allerdings nicht an jeder Stelle möglich: Blitzerfotos aus Kurven sind zum Beispiel in bestimmten Fällen rechtlich angreifbar. Das neue Tempo-Display kann man derzeit an der Alfred-Delp-Straße erleben. Es zeigt nicht nur die Geschwindigkeit an, sondern grüßt auch je nach Tageszeit mit guten Morgen, guten Tag oder guten Abend – aber nur, wenn man sich ans Tempolimit hält. (eh)

Quelle: op-online.de

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