Keine Angst vor Wespen

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Schon viele Hornissen- und Hummelnester hat Feuerwehrmann Peter Tauchert umgesiedelt. In 80 Prozent aller Fälle lässt sich aber ein Zusammenleben zwischen Tieren und Menschen arrangieren. Das erläutert er auch immer wieder Kindern beim Nabu.

Jügesheim - (pul) Bei Peter Tauchert klingelt zurzeit wieder sehr häufig das Handy. Bis gestern hatte der Naturschützer und Wespen-Experte bereits 256 Anfragen zu Wespen, Hornissen und anderen Hautflüglern in der häuslichen Umgebung beantwortet.

Dieses Jahr ist recht stramm“, sagt er und nennt weitere Daten aus seiner Statistik. 78 Stunden hat er bisher mit telefonischer Beratung verbracht, 600 Kilometer ist er gefahren, um Bürger zuhause zu beraten.

Der Berufsfeuerwehrmann aus Jügesheim hilft besorgten Bürgern, wenn sich brummende Gäste in menschlichen Behausungen eingenistet haben. „2008 war mit 308 Telefonaten ein Rekordjahr. Das werde ich dieses Jahr wohl knacken,“ vermutet der 48-Jährige. „Der April war schon sehr warm, da sind nur die Wenigsten der in der Natur überwinternden Königinnen gestorben“, erklärt er. Nun geht das große Brummen richtig los.

Seit 1993 steht Peter Tauchert der Bevölkerung mit Rat und Tat zur Verfügung. In dieser Zeit hat er an die 2 000 Anfragen zu dem Thema beantwortet. Meistens sind die Insekten ungefährlich - sofern die Menschen sie in Ruhe lassen. Deshalb gehört der Satz „Das Hornissenvolk ist klein und harmlos“ zu seinem Standardrepertoire, ohne dabei mögliche Gefahren durch die Tiere unter den Tisch kehren zu wollen.

In seiner fröhlichen Art erläutert der Naturschützer, wie die Hornissen-Drohnen anhand der Fühler von den Arbeiterinnen zu unterscheiden sind. Seine gute Laune geht niemals flöten, auch wenn sich beim Abtransport der Insekten unter seinem futuristischen Schutzanzug kein Lüftchen regt und der Schweiß in Strömen rinnt.

Zuletzt riefen ihn Hauseigentümer nach Dudenhofen. Wiesenhummeln hatten sich in einer Hohldecke in einem Mäusenest häuslich eingerichtet. „Die brauchen Säugernester oder einen Maulwurfsbau“ erklärt der Experte. Jedenfalls lieben es die Hummeln weich und warm. Die Hauseigentümer wollten ihren Untermietern jedenfalls helfen. Schließlich wird das Fachwerkhaus auf der Nieuwpoorter Straße gerade renoviert und der Weg nach draußen wäre künftig für die Hummeln blockiert.

Peter Tauchert transportierte das Nest ab. Nun haben die kleinen dunklen Brummer bei ihm im Garten ein neues Zuhause und summen dort munter durch die Unteren Sände.

Fakten

- Peter Tauchert ist ehrenamtlicher Naturschützer.

- 80 Prozent aller Fragen zu Hummeln, Wildbienen, Wespen oder Hornissen in menschlicher Nähe kann er telefonisch klären.

- Zu erreichen ist er unter unter der Handynummer 0172 9659198.

Quelle: op-online.de

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