Keine Gewichtsgrenze bei Papierbündeln

Rodgau - (eh) Orangefarbene Aufkleber auf der Altpapiertonne sorgen für Irritationen in Rodgau: „Ihre Papiertonne entspricht nicht mehr ihrem Papierabfall.“ Zeitungsbündel und Kartons neben der blauen Tonne dürfe die Müllabfuhr in Zukunft nicht mehr mitnehmen.

„Das war ein Versehen“, bedauert Melanie Dietz, die Fuhrparkleiterin der Entsorgungsfirma Remondis in Büdingen: „Die Aufkleber sollten eigentlich nur bei Gewerbekunden verwendet werden.“Dort seien solche Hinweise durchaus angebracht. Manche Betriebe stellten neben den Papiertonnen vier oder fünf Kubikmeter Altpapier bereit, so dass die Remondis-Arbeiter bis zu eine halbe Stunde mit dem Aufladen beschäftigt seien.

Unzumutbar für die Mitarbeiter sei auch das Gewicht mancher Kartons, die mit Altpapier gefüllt sind. „Die Kartons waren teilweise so schwer, dass zwei Mann sie nicht schleppen konnten“, sagt die Fuhrparkleiterin. „Bündelsammlung heißt, dass die Sachen gebündelt und nicht in Kartons verpackt sind“, erklärt sie. Dies steht im Widerspruch zu der Aussage im städtischen „Abfallwegweiser“, wonach Altpapier ausdrücklich auch in Kartons verpackt sein darf. Eine Gewichtsgrenze ist dort nicht genannt. „Bündelsammlungen sind in haushaltsüblichen Mengen ohne Obergrenze (Gewicht) zulässig“, betonte die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung.

„Es ist nicht so, dass wir die Bürger ärgern wollen, ganz im Gegenteil“, wirbt die Remondis-Frau um Verständnis. Trotz der guten Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sei in Rodgau manches schwieriger als anderswo - nicht zuletzt wegen der kurzfristigen Umstellung auf ein neues Abfuhrsystem.

Ein Problem teile Rodgau jedoch mit anderen Städten: den zunehmenden Anteil von Restmüll in der gelben Tonne. Dietz: „Überall, wo das Identsystem eingeführt wurde, sind die Mengen gestiegen.“In Tonnen, die für Verpackungsabfälle mit grünem Punkt reserviert seien, finde sich ein abenteuerliches Sammelsurium von Videokassetten bis zu benutzten Windeln. Folge: Statt in der Sortieranlage des Dualen Systems landen diese Abfälle für teures Geld in der Müllverbrennung. Wegen solcher Fehlbefüllungen gibt Remondis derzeit keine neuen gelben Tonnen mehr aus, sondern nur gelbe Säcke: Da sieht man sofort, was drin ist.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare