Am Sonntag der letzte Badetag

Keine Verlängerung am See

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Ab ins kühle Nass! Damit ist es nach Sonntag vorbei.

Nieder-Roden - Eine Verlängerung der Badesaison steht in Rodgau – trotz des derzeit schönen Spätsommerwetters – nicht an. Das Strandbad Nieder-Roden öffnet am Sonntag, 16. September, seine Tore für Wasserratten und Sonnenanbeter noch ein letztes Mal in diesem Jahr.

Auch wenn der Sommer derzeit noch eine Ehrenrunde dreht, endet die Saison im Strandbad wie vorgesehen am nächsten Sonntag. Das kündigte Bürgermeister Jürgen Hoffmann vor der Presse an. Eine Verlängerung der Schwimmsaison möchte der Verwaltungschef den Strandbadmitarbeitern nicht zumuten. „Auch wenn andere wegen des guten Wetters verlängern, wir haben eh schon lange genug auf“, sagte der Rathaus-Chef.

Der Rekordsommer habe trotz der um sechs Wochen verschobenen Öffnung des Badesees 188 430 Besucher (Stand: 10. September) angelockt. Zum Vergleich: Im Vorjahr kamen insgesamt 124 943 Badegäste. Der Saisonstart musste wegen eines Brandes verschoben werden, der die Hauptgebäude zerstört hatte. Der Bürgermeister ist sich sicher: Wäre der Brand nicht dazwischengekommen, wäre die 200 000-Besucher-Marke geknackt worden.

Eine Premiere war die Saison für die Unternehmer Jürgen und Philipp Klein aus Obertshausen. Das Vater-Sohn-Gespann organisiert mit seiner City Promotion GmbH seit 2006 erfolgreich große Veranstaltungen. Zum Saisonstart übernahmen die Beiden den Kioskbetrieb am See. Jürgen Klein ist mit dieser Entscheidung „sehr zufrieden“. Von den Gästen verabschiedet sich sein Team am Samstag mit einem Seefest – großes Feuerwerk inklusive. „Am Sonntag machen wir dann das letzte Mal regulär den Kiosk auf.“

Gerade in der Ferienzeit war der Badesee in Nieder-Roden supergut frequentiert. Aber selbst wenn der Parkplatz voll war, verlief sich das Publikum am Strand. Niemand musste so eng liegen wie die Sardinen in der Büchse.

Klein hat beobachtet, dass die Schönheit des Rodgau-Sees noch zu wenig bekannt ist in unserer Region. „Als vom Langener Waldsee wegen des Triathlons dort Publikum zu uns umziehen musste, waren die Leute überrascht, wie herrlich es hier ist. Wir müssen den See also noch bekannter machen“, blickt er voraus auf die nächste Saison. Sie soll von Werbeaktionen begleitet sein. Ratsam wäre es Klein zufolge überdies, am Strandbad weitere Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten zu schaffen. Das soll an weniger schönen Tagen die Besucher binden. „Man muss ja nicht dreiviertel des Sees mit Events zupflastern. Aber ein kleiner Wasserspielpark für Kinder wäre schon schön.“

Dass dies angenommen würde, ist der Veranstaltungsmanager sicher. „Die Termine mit der Feierabendmusik am Mittwoch werden ja auch sehr gut angekommen.“ Trotz schönen Wetters waren die Besucherzahlen laut Klein übrigens schon seit 22. August rückläufig. „Mal 200, mal nur 80 Gäste am Tag“.

Ein weiteres Thema am See waren die Gänse – und vor allem deren Hinterlassenschaften.  Von den Gänsen am Badesee geht keine Gesundheitsgefahr aus. Das teilt der Magistrat nach einer Anfrage der AfD-Stadtverordnetenfraktion mit. Die Ausscheidungen seien im Juli und August von Fachbehörden untersucht worden. Ergebnis: „Das Vorhandensein von Gänsekot mag zwar unangenehm sein – eine besondere Gefahr geht davon nach Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt aber nicht aus.“ Die Wasserqualität leide nicht darunter. Im Wasser seien auch keine Saugwurm-Larven enthalten. Alle zwei Wochen werde das Wasser im Labor untersucht: „Die Wasserqualität im Strandbad Rodgau ist weiterhin sehr gut.“

Bilder: Saison am Badesee eröffnet

Gegen die Nil- und Kanadagänse werden laut Magistrat „bereits seit Jahren geeignete Maßnahmen durch den ortsansässigen Jagdpächter ergriffen“. Auf Deutsch: Sie werden bejagt. Die Untere Jagdbehörde hat den Abschuss genehmigt, ohne eine Abschussquote vorzuschreiben. Grau- und Kanadagänse darf der Jäger vom 1. August bis zum 31. Oktober schießen, Nilgänse vom 1. September bis zum 15. Januar. Fünf bis zehn Gänse pro Jahr werden erlegt. (bp/eh /siw)

Quelle: op-online.de

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