Bildungserfolg in Rodgau soll nicht mehr vom Herkunftsland der Eltern abhängen

„Keiner darf zurückbleiben“

Rodgau (eh) - Die Bildung im frühen Kindesalter ist der Schwerpunkt im kommunalen Handlungsplan „Bildung in Rodgau“ für die Jahre 2011 bis 2013, dessen Entwurf der Magistrat jetzt vorgelegt hat.

Das Ziel für alle Kinder und Jugendlichen in Rodgau: „Keine und keiner darf zurückbleiben. “.

Vor drei Jahren hatte das Stadtparlament erstmals einen solchen Plan beschlossen, damals unter dem Titel „Rodgau bildet Zukunft“. Er war das Ergebnis eines kommunalen Bildungsforums, das Stadtrat Michael Schüßler (FDP) einberufen hatte. 13 der 19 beschlossenen Maßnahmen wurden seither in die Tat umgesetzt.

Auch mit dem neuen Plan setzt Schüßler auf einen breiten Konsens. Die Stadtverwaltung hat die Ideen anderer Bildungsträger eingearbeitet. In dem Papier findet sich auch das geplante Familienzentrum der evangelischen Kindertagesstätte Jügesheim, das noch vor zwei Wochen für eine heiße Debatte im Stadtparlament sorgte.

„Keiner darf zurückbleiben“: Damit sind vor allem Kinder aus Einwandererfamilien gemeint. Der Rodgauer Bildungsbericht hatte nachgewiesen, dass sie noch immer schlechtere Chancen in Schule und Beruf haben.

Ein Bündel an Maßnahmen soll dafür sorgen, dass Bildungserfolg in Rodgau künftig nicht mehr vom Herkunftsland der Eltern und Großeltern abhängt. Dabei setzt die Stadt in erster Linie auf gute Deutschkenntnisse: mit Sprachförderung im Kindergarten sowie Deutschkursen für ältere Jugendliche und Eltern. Diese Kurse werden bei der Volkshochschule angesiedelt. Ebenso wichtig ist für Stadtrat Schüßler der tägliche Gebrauch der deutschen Sprache. Deshalb setzt er auf mehr Ganztagbetreuung in den Kindertagesstätten. Allein im vergangenen Jahr habe die Stadt mehr als 100 Kindergartenplätze in Ganztagsplätze umgewandelt. Auch die Hausaufgabenbetreuung des Türkischen Elternvereins in Nieder-Roden kann künftig mit städtischen Zuschüssen rechnen.

Der „bedarfsgerechte Ausbau an Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen und Schulen“ steht an erster Stelle im Bildungsplan für 2011 bis 2013. Dazu zählen mehr Kleinkindgruppen, mehr Ganztagsplätze in den Kitas, Familienzentren, mehr Betreuungsplätze an den Grundschulen (auch in den Ferien), musikalische Früherziehung und das Qualitätsmanagement in den Kindertagesstätten. Außerdem will die Stadt verstärkt pädagogische Nachwuchskräfte gewinnen, um einem Personalmangel vorzubeugen.

Auch den Übergang von der Schule in den Beruf will die Stadt an mehreren Stellen verbessern: in den Jugendtreffs, durch die Mitarbeit der Eltern an der Berufsorientierung und durch die Berufswegebegleitung für junge Leute bis 27 Jahren. Auch an der Schwelle zur Berufswelt soll keiner zurückbleiben.

Die Volkshochschule (VHS) und die städtischen Büchereien haben begonnen, sich verstärkt am Ziel der Bildung auszurichten. Diese Entwicklung soll weitergehen. In der Bücherei geht es um die Förderung der Lese- und Medienkompetenz. Die Öffnungszeiten müssen erweitert und der veraltete Bestand an Sachbüchern muss aktualisiert werden. Die VHS soll mehr beruflich nutzbare Weiterbildung anbieten.

Die Stadtverwaltung will den Bürgern helfen, unter allen Sozial- und Bildungsangeboten genau das zu finden, was sie suchen. Dazu will sie ein „Sozialnetzwerk“ aufbauen und Kontakte zwischen allen Anbietern knüpfen. Ein so genanntes „Bildungsmonitoring“ soll den Entscheidern im Rathaus helfen, selbst den Überblick zu behalten.

Quelle: op-online.de

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