Kerb in Nieder-Roden

Junge Leute halten Tradition lebendig

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Der außergewöhnliche Anblick eines Pferdegespanns bot sich den Gästen der Kerb am Freitag, als der Kerbumzug zum ersten Mal durch die Straßen zog und das bunte Treiben der kommenden Tage ankündigte. Ein weiter Schritt, die Tradition der Kirchweihfeier wieder zu beleben.

Nieder-Roden - Der Bezug zur Heimat, der gemeinnützige Zweck, die Gemeinschaft untereinander und der Spaß am Feste feiern: Das ist es, was die rund 20 Kerbburschen und Kerbmädels in Nieder-Roden seit Jahren begeistert und motiviert und die „Nirreräirer Kerb“ seit Jahren auszeichnet.

In diesem Jahr ist es den jungen Leuten zu verdanken, dass es überhaupt ein Rahmenprogramm rund um die Buden und Fahrgeschäfte gab. Nachdem die beiden großen Sportvereine abgesprungen waren, blieben nur noch Heimatverein und Kerbburschen übrig. „Die Kerb durfte nicht ausfallen“, erklären Ralf und Markus „Mac“ Weyland gemeinsam mit Kerbvater Sebastian Spahn, der auch den Kerbspruch hielt. „Wir wollen die Tradition der Kerb im alten Ort erhalten“, stimmen die anderen Jungs und Mädels zu. Sie sind für die Unterstützung der vielen Helfer dankbar.

Seitdem die Kerb mit Festzeit wieder an der Kirche Sankt Matthias stattfindet, so lange gibt es auch die Kerbburschen, seit 13 Jahren also. Und schon früh gesellten sich Kerbmädels dazu. In dieser Zeit wurde nicht nur viel gefeiert, sondern auch immer etwas Gutes getan. Ein kleiner Pfad wurde angelegt, regelmäßig werden Kürbisse und Kartoffeln gepflanzt und geerntet. Der Erlös aller Aktionen kommt dem Ort zugute oder wird gespendet, diesmal an das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden. Zwischen Aufbau, Abbau, Ausschank, Organisation und Showprogramm standen die jungen Leute am Samstag in aller Frühe bei Peter Spahn in der Backstube und formten süße Kerbburschen und Kerbmädels, die dann auf der Kerb verkauft wurden. Der Erlös fließt an den guten Zweck.

Trotz abgespecktem Programm im Festzelt schafften es die Aktiven wieder eine großartige Kerb zu feiern. „Das ist einfach cool hier“, ließ sich Bürgermeister Jürgen Hoffmann mitreißen, nachdem er lässig den Bieranstich nach Lehrbuch absolviert hatte. Als Wettpate saß er in der gekürzten Kerbversion von „Wetten dass...“ vor einer Schüssel Gummibärchen und unterstützte die Veranstaltung mit Spende und Arbeitseinsatz, obwohl er eigentlich richtig getippt hatte. Kerbmädel Isi Staudt schaffte es locker, 30 Unterhosen in drei Minuten übereinander zu ziehen. Mittendrin statt nur dabei hieß es für Ralf Kunert (SPD) und Lars Neumann (CDU), die zur zweiten Wette persönlich antraten. Mit verbundenen Augen erschmeckten sie nicht nur, was ihnen serviert wurde, sondern auch, von welchem Metzger die Fleischwurst stammte. Nur die Farbe Rot des Wackelpuddings kam Lars Neumann partout nicht über die Lippen.

Kerb in Nieder-Roden

Kerb in Nieder-Roden

Der Kerbspruch befasste sich mit dem unverwechselbaren Nieder-Roden mit seiner tollen Lage an S-Bahn und Badesee und dem ältesten geplanten nicht bebauten Baugebiet N 39. Daneben gehörte auch der neu eingeführte Kerbumzug zu den Höhepunkten des Wochenendes. Noch vor dem Bieranstich zogen die Burschen und Mädels samt Begleitung und einem Pferdegespann mit historischem Bierwagen durch die Gassen. Mit viel Applaus und Fahnenschmuck wurden sie auf ihrem Weg unterstützt. Am Samstag herrschte auch abseits der Fahrgeschäfte und Buden in der Scheune Schrod gute Stimmung. Organisiert von Andreas Schrod und Sascha Beutler spielte zum zweiten Mal die Blaskapelle Muschenheim z auf. Auch hier wird gefeiert, seitdem es die Kerb wieder an der Kirche gibt, inzwischen kräftig an mehreren Tagen.

In der Kerbdisco im Festzelt wummerten die Bässe und bei Disconebel und Lichteffekten wurde zu angesagter Musik getanzt und gefeiert. Den Kerbsonntag in Hof und Scheune bei Dieter Mergenthal und Achim Jaeger gestalteten verschiedene Ensembles des Musikvereins. Die Kerb geht weiter, obwohl der Heimatverein sein Zelt abgebaut hat. Auch heute haben die Scheunen sowie die Gaststätten „Zum Engel“ und „Andys Eisenbahn“ geöffnet. Die Fahrgeschäfte locken am Dienstag mit ermäßigten Preisen.

(pep)

Quelle: op-online.de

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