Kies-Debatte artet in Streit aus

Nieder-Roden (eh) ‐ Der weitere Kiesabbau am Rodgau-See bleibt ein Streitthema im Stadtparlament. Die Frist für eine Stellungnahme ans Regierungspräsidium ist verstrichen, nachdem im Haupt- und Finanzausschuss keiner der drei Anträge eine Mehrheit fand.

Nun hat die Stadt eine zweite Chance: Sie kann versuchen, im Rahmen des Regionalplans und des Regionalen Flächennutzungsplans Einfluss zu nehmen. Aber in welche Richtung? Darüber soll die Stadtverordnetenversammlung heute entscheiden. Die Sitzung im Rathaus beginnt um 19.30 Uhr.

Das Mehrheitsbündnis (SPD, FDP, Grüne, Freie Wähler) und die CDU stehen sich mit gegensätzlichen Positionen gegenüber. Am Wochenende nahm die Auseinandersetzung an Schärfe zu. Die Viererkooperation warf der CDU-Fraktion vor, als Firmenlobby gegen die Interessen der Bürger zu agieren. Die Union wies diesen Vorwurf zurück: „Eine ungeheuerliche Frechheit“, schimpfte CDU-Pressesprecher Alfred Rautenberg. Von dem angekündigten „neuen Politikstil“ könne keine Rede mehr sein.

Die Firma Kaspar Weiss GmbH & Co. KG will die Abbaufläche um 23,69 Hektar erweitern. Dadurch würde der Betrieb für weitere 40 Jahre festgeschrieben.

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Politisch umstritten ist die Frage der „Wiedernutzbarmachung“ des Geländes nach dem Kiesabbau. Die Viererkooperation will, dass die bisherige Abbaufläche geschlossen wird, bevor der Baggerbetrieb nebenan weitergeht. So wäre es möglich, den Badesee zu rekultivieren und den Bürgern ohne Einschränkungen als Naherholungsgebiet und Freizeitfläche zur Verfügung zu stellen. Daneben würde ein zweiter See ausgebaggert.

Die CDU-Fraktion dagegen ist für eine zusammenhängende Wasserfläche, wie sie die Firma Weiss anstrebt. Ihr (abgelehnter) Antrag sah jedoch vor, bereits abgebaute Bereiche unmittelbar zu rekultivieren. Die Belange der Freizeit und der Naherholung seien im Gesamtkonzept stärker zu gewichten. Seinen Endzustand würde der See dabei erst nach rund 40 Jahren erreichen.

Die Kooperation fragt sich, wieso die CDU die wirtschaftlichen Interessen der Kiesfirma in den Vordergrund stelle. Rautenbergs Antwort: Das Unternehmen müsse sich auf Beschlüsse der Gremien verlassen können. Bereits 1999 sei im Rahmen des Regionalplans eine erweiterte Auskiesung beschlossen worden.

Quelle: op-online.de

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