Kinder wählen heute ihren Bürgermeister

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Achtung, es wird laut! Mit der Marktschreierglocke eröffnete Folke Kaiser gestern die Ferienspiele im Bürgerhaus Dudenhofen. Morgen feiert er seinen elften Geburtstag.

Nieder-Roden - (eh) In eine Stadt der Kinder verwandelt sich heute das Bürgerhaus Nieder-Roden. Da werden Ortsschilder gemalt und Arbeitsplätze eingerichtet.

Für gute Demokraten stehen erst einmal Wahlen auf dem Programm: Die 102 Jungen und Mädchen wählen ihren Bürgermeister und gleich noch mehrere Streitschlichter dazu - man kann ja nie wissen.

Erstmals gehen die städtischen Ferienspiele in Form einer Kinderstadt über die Bühne. Das bedeutete zunächst mehr Arbeit für die Erwachsenen. „Wir mussten viel mehr organisieren als sonst“, berichtet Teamleiterin Ellen Bleiber, „aber was gut vorbereitet ist, kann nur gut werden.“

Bereits gestern waren die Bewohner beim Fotografen und beim „Passamt“, wo sie knallrote Personalausweise ausgestellt bekamen. Behörden begleiten die Kinder auch in den nächsten Tagen - fast wie im wirklichen Leben. Im „Arbeitsamt“ verteilen vier Kinder die Bewerber auf die Arbeitsplätze und die Teamleiterin spielt Ordnungsamt.

Stressige Fabrik- oder Bürojobs gibt es in der Kinderstadt nicht. Die „Arbeit“ soll den jungen Bürgern in erster Linie Spaß machen. Abwechslung ist garantiert: „Mindestens einmal am Tag können die Kinder ihre Berufe wechseln“, erklärt Peter Konrad, der pädagogische Leiter der Ferienspiele.

Die Kinder können im Zirkus Jonglieren lernen, als Schauspieler Theater spielen, als Friseure oder Visagisten andere verschönern oder in der Juwelierwerkstatt Schmuck herstellen. Auch eine Strickwerkstatt, ein Flötenorchester und ein Computerraum gehören zum Angebot. Die Kinderstadt leistet sich sogar einen eigenen Fußballclub: Die Profi-Kicker des „1. FC“ absolvieren ihre Trainingseinheiten auf dem Sportplatz. Eine Zeitung darf nicht fehlen: Was die Reporter aufgeschrieben und fotografiert haben, wird auf der Internetseite der Stadt Rodgau veröffentlicht.

Ganz wichtig ist die Küche, denn nach getaner Arbeit können sich die Bürger der Kinderstadt im „Café Krümel“ erfrischen. Dazu gibt es allerdings keine Stadt-Taler, sondern Verzehrgutscheine. Nach den Erfahrungen anderer Städte haben die Rodgauer darauf verzichtet, ihre Kinderstadt mit einer eigenen Währung auszustatten. In Obertshausen beispielsweise werde mit dem Kinderstadt-Geld das ganze Jahr hindurch ein schwunghafter Handel getrieben, berichtet Peter Konrad: „Manche horten das Geld und liegen dann auf der faulen Haut.“

Quelle: op-online.de

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