Dudenhofen

Kinderbetreuung bis in den Abend hinein

Die Kindertagesstätte Freiherr-vom-Stein-Straße soll künftig noch flexibler auf den Betreuungsbedarf der Familien eingehen. Eltern können dann nach Wunsch einzelne Nachmittage dazu buchen.

Dudenhofen (eh) - Und wenn sie abends länger arbeiten, kann eine Tagesmutter das Kind in der Kita weiter betreuen. Nach den Sommerferien will der Magistrat dieses neue Modell in der „Kita 2“ einführen, vorerst als Probelauf für ein Jahr. „Wir wollen Erfahrungen sammeln“, sagt Johannes Bosten, Leiter der städtischen Jugendabteilung. Niemand könne vorhersagen, wie sich Einnahmen und Kosten entwickeln. Beim Probelauf sei das finanzielle Risiko überschaubar.

Die Idee kam ursprünglich aus dem Gesamtkindergartenbeirat, und dort stellte die Jugendabteilung das Projekt auch vor. „Wir als kommunaler Träger sind prädestiniert, uns auf so ein Experiment einzulassen“, sagte Stadtrat Michael Schüßler. Für einen freien Träger sei die finanzielle Ungewissheit zu groß.

Eine Umfrage unter Eltern aller Rodgauer Kindergärten hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass ein Bedarf an der Buchung einzelner Nachmittage bestehe. Bisher können Ganztagsplätze nur für die ganze Woche belegt werden.

Das soll sich nach den Sommerferien ändern. Die Zahl der Ganztagsplätze ist dann nicht mehr begrenzt. Theoretisch können also an einem Tag 100 Kinder über Mittag bleiben, am nächsten Tag nur 35. Das fordert von den Erzieherinnen die Bereitschaft zu wechselnden Arbeitszeiten. Das Mittagessen in der jeweils benötigten Menge soll ein externes Unternehmen liefern, möglicherweise die Firma „Esswerk“, die bereits das Schulzentrum Hainhausen versorgt.

Auch die inhaltliche Konzeption muss stellenweise verändert werden. Eine Herausforderung sieht Kita-Leiterin Gabriela Jäger unter anderem darin, auch Tagesmütter in die pädagogische Arbeit einzubinden. Sie sollen die Betreuung nach 17 Uhr sicher stellen. „Wir wollen den Tagesmüttern anbieten, die Kinder nicht in ihren eigenen Wohnungen, sondern in der Kita zu betreuen“, erklärt Johannes Bosten: „Das wäre dann die Flexibilisierung in alle Richtungen.“

Bei all dem will die Stadt auch das Kindeswohl nicht aus den Augen verlieren. Bosten: „Zehn Stunden Fremdbetreuung sind genug.“ Ein Kind, das abends bis 19 Uhr betreut werde, solle morgens auch erst um 9 Uhr im Kindergarten eintreffen. „Unsere Kindergärten sind Bildungseinrichtungen und keine Aufbewahrungsstätten.“

Dazu: Interview

Quelle: op-online.de

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