Kindergarten erfüllt Auflagen des Kreises

Klimageräte heizen Hütten im Wald

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Kleine Kinder – kleine Kletterberge. Gesehen beim Herbstfest des Waldkindergartens in Nieder-Roden.

Nieder-Roden - In den Hütten des Waldkindergartens „Die Wühlmäuse“ ist es jetzt auch im Winter warm. Der Verein befolgt mit dem Einbau einer Heizung eine Auflage des Kreises Offenbach. „Forsthaus Langenloh“– das ist die neue Adresse der „Wühlmäuse“ und „Waldzwerge“.

Unweit des Emmausheims auf der Gemarkung Nieder-Roden, nahe ihrem alten Domizil, sind sie jetzt auf einem neuen Areal gelandet. Notwendig war die Aktion für den 2004 aus einer Elterninitiative heraus gegründeten Kindergarten geworden, weil der Kreis Offenbach seit April 2012 feste Hütten mit Strom und Heizmöglichkeit zur Auflage gemacht hatte.

„Im vergangenen Winter reichte noch der Bauwagen aus; jetzt haben wir für die Hütten zwei sehr teure Klimageräte angeschafft, für die wir noch um Spenden dankbar sind“, seufzen die Vorstandsvorsitzende Brigitte Stern-Gerstner und Kassiererin Claudia Schmidt aus Zellhausen. Lange und ausgiebig hatten sie sich mit der Forstverwaltung, der Unteren Naturschutzbehörde und der Stadt Rodgau auseinandergesetzt. Am alten Standort war kein Stromanschluss möglich, weshalb die bestehende Hütte versetzt werden musste. Wenn ein Waldkindergarten umzieht, kann das doch eigentlich gar nicht so aufwändig sein.

„Alles ist genehmigt“

Das meiste „Inventar“ wird eh an Ort und Stelle genutzt. Dass dies nicht unbedingt stimmt, merkten Betreuer und Eltern sehr deutlich. Bis wenige Stunden vor dem Herbstfest hatten sie es geschafft, um alles besuchsfein zu bekommen – allen voran die beiden Holzhütten für die kleinen „Waldzwerge“ ab 15 Monaten und für die über dreijährigen „Wühlmäuse“. „Aber jetzt ist es in Ordnung. Wir sind mit dem Platz sehr zufrieden, alles ist genehmigt, auch wenn sich die Abnahme der Hütten noch zeitlich verschoben hat“, bescheinigt Claudia Schmidt.

Einzig das Aufstellen von Sitzgarnituren, wie sie beim Herbstfest einladend vielfach Platz boten, wurde für den Regelbetrieb untersagt. „Die kleinen Kindergarnituren stehen jetzt auf der fundamentierten Fläche rund um die Hütten, und ansonsten bewegen wir uns ohnehin hauptsächlich im Wald“.

Malen und kleben

Und fürs kleine und große Geschäft geht’s derzeit noch mit der Schaufel in den nahen Forst – noch gibt’s dafür keine Sonderbestimmungen. „15 offizielle Plätze“ – so lautet die Bemessung des Geländes, das die Kinder nutzen dürfen: vom Kalksandsteinwerk bis zum Maisfeld und vom Grabenplatz bis zur Blumenwiese – Platz genug für täglich neue Abenteuer.

Auch Bürgermeister Jürgen Hoffmann wünschte zum Herbstfest Glück fürs neue Gelände, auf dem die Kitaeltern und -mitarbeiter dankbar die große Unterstützung feierten. Die Kinder durften derweil nach Herzenslust malen und kleben, mit Naturmaterialien basteln und bauen sowie gut gesichert auf die umstehenden Bäume klettern. Alles, was zuhause eher an Grenzen stößt, ist hier kein Problem. „Wir hatten hier in zehn Jahren noch keinen größeren Unfall“, erinnert sich Claudia Schmidt, die inzwischen schon zwei glückliche Kinder hier bis fast zur Schulreife geführt hat. Übrigens: bei den Wühlmäusen ist zur Zeit noch freier Platz. Kontakt: 0170/7147768

chz

Quelle: op-online.de

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