Kindergarten ab sofort kostenlos Gebühren

Rodgau (eh) ‐ Für die Eltern der rund 1 400 Kindergartenkinder in Rodgau bricht ein neues Zeitalter an. Kinder ab drei Jahren besuchen ab sofort kostenlos den Kindergarten. Das gibt es sonst nur noch in Bad Homburg.

Die Regelung gilt für alle Kinder, egal bei welchem Kindergartenträger (Stadt, Kirche, Elterninitiative) und egal mit welchen Betreuungszeiten. Eltern sparen dadurch zwischen 900 und 1 800 Euro im Jahr. Nur das Mittagessen kostet weiterhin Geld.

Als erste Kommune im Kreis Offenbach verzichtet Rodgau auf Kindergartengebühren vom dritten Geburtstag bis zum Schuleintritt. Die Nachbarstadt Dietzenbach hat die Gebühren zum Jahreswechsel gerade erst erhöht. Dabei ist auch Rodgau nicht auf Rosen gebettet. Die Stadt ist mit rund 24 Millionen Euro verschuldet und wird 2011 weiter in die roten Zahlen rutschen: Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) rechnet im neuen Jahr mit einem Haushaltsdefizit von 13,5 Millionen Euro.

Kostenlos sind Kita-Plätze sonst nur noch in Bad Homburg, wie eine Nachfrage beim Hessische Städtetag und Hessischen Städte- und Gemeindebund ergab. Selbst im reichen Eschborn ist lediglich der Halbtagskindergarten gebührenfrei.

Betreuung Kleinkinder gebührenpflichtig

„Jede Stadt braucht ein Alleinstellungsmerkmal. Bei uns ist es die frühkindliche Bildung“, sagt Rodgaus Sozialdezernent Michael Schüßler (FDP). Als Ausgleich für den Einnahmeausfall habe das Stadtparlament die Grundsteuer B erhöht. Schüßler: „Das ist der Rodgauer Generationenvertrag.“

Die Gebührenfreiheit soll nicht nur Familien finanziell entlasten. Die Stadt schafft damit auch einen Anreiz, dass möglichst alle Kinder einen Kindergarten besuchen. Davon verspricht sie sich bessere Chancen für Kinder aus Einwandererfamilien.

Der kostenfreie Kindergarten ist der letzte Schritt eine Stufenplans, den die Stadtverordnetenversammlung im Mai 2009 beschlossen hat. Seit September 2009 sind in Rodgau die letzten beiden Kindergartenjahre vor der Einschulung kostenfrei. Bereits zwei Jahre zuvor war Rodgau großzügiger als die damalige CDU-Landesregierung gewesen, die in ihrem „Bambini-Programm“ nur Halbtagsplätze im letzten Kindergartenjahr unterstützen wollte. Das kommunale Bildungsforum „Rodgau bildet Zukunft“ postulierte 2008 ein anspruchsvolles Ziel für die Bildung von Kindern und Jugendlichen: „Keiner darf zurückbleiben.“

Die Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren und von Schulkindern ist allerdings auch in Rodgau weiterhin gebührenpflichtig.

Bau Kultur, Vereine

  • Die Abfallgebühren steigen. Noch mehr als bisher gilt: Wer die graue Restmülltonne selten leeren lässt, kann bares Geld sparen. Für Ein- bis Drei-Personen-Grundstücke ist aber ein Antrag nötig. Gute Nachricht: Das seit 2009 aufgelaufene Defizit wird nicht auf die Gebühren umgelegt.
  • Auch die Friedhofsgebühren ändern sich. Vieles wird teurer, manches billiger. Neue Bestattungsformen verringern den Pflegeaufwand auf viele Jahre hinaus.
  • Das Feuerwehrhaus Mitte soll im Frühjahr fertig werden.
  • Der Bau der seniorengerechten Sozialwohnungen an der Ludwigstraße beginnt.
  • Das Medizinische Kompetenzzentrum in Nieder-Roden wird gespannt erwartet.
  • 1225 Jahre Nieder-Roden: Aus diesem Anlass führt die Theatergruppe „Großes Welttheater“ vom 20. bis 28. August das Historienspiel „Fata Rotaha“ auf.
  • Vereine feiern 125. Jubiläum:  die Turngemeinde Hainhausen im Juni und die Turngemeinde Weiskirchen im August.
  • Livemusik am See versprach das Strandbadfestival 2010, doch dann machte der Veranstalter einen Rückzieher. Für dieses Jahr kündigte er eine Neuauflage an.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare