Jügesheim

Im Kinderhort reichen die Plätze nicht aus

Der Engpass an Betreuungsplätzen für Grundschulkinder wird sich in Jügesheim im nächsten Schuljahr verschärfen. Die Räume in beiden Schulen sind ausgereizt und im Kinderhort am Alten Weg gibt es eine lange Warteliste. Eltern stehen vor der Frage, ob sie wegen fehlender Kinderbetreuung im Herbst ihre Arbeitsstelle kündigen müssen.

Jügesheim (eh) -  Nur wenige Eltern von Tagesstättenkindern in der Kita Alter Weg können damit rechnen, dass ihre Sprösslinge auch als Abc-Schützen den Hort besuchen dürfen. Dort werden zum Sommer nur sechs oder sieben Abmeldungen erwartet, aber mehr als 20 Kinder warten auf einen Platz. Ein Vater hatte sein Kind schon vor gut drei Jahren beim Eintritt in den Kindergarten angemeldet - und weiß jetzt noch nicht, ob es ab August mit dem Hortplatz klappt. „Im Jahr darauf sieht es sehr viel schlechter aus“, befürchtet die stellvertretende Kita-Elternbeiratsvorsitzende Claudia Wenhardt-Bucci. Dann wird sie selbst betroffen sein: „Meine Tochter wird 2010 eingeschult, mit ihr stehen 30 Kinder auf der Liste.“

In ganz Jügesheim stehen rund 160 Betreuungsplätze für Grundschulkinder zur Verfügung: jeweils 50 bei den Fördervereinen an den Schulen, 42 Hortplätze im Alten Weg und 20 Hortplätze in der katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus. Die Betreuung an den Schulen endet um 15.15 Uhr und findet in den Ferien gar nicht statt: zu wenig für erwerbstätige Eltern, die 13 Wochen Schulferien pro Jahr abdecken müssen. In anderen Stadtteilen bieten Schulfördervereine auch eine Ferienbetreuung an.

Die Stadt werde „aktiv nach Lösungen suchen“, versprach Jugendabteilungsleiter Johannes Bosten in der jüngsten Sitzung des Gesamtkindergartenbeirats. So plane der Hort im Alten Weg eine Ferienbetreuung für Kinder der Wilhelm-Busch-Schule. Auch die Carl-Orff-Schule denke über eine Erweiterung am Nachmittag nach. Stadtrat Michael Schüßler hofft dazu auf Zuschüsse von Bund und Land.

Ein Hortneubau sei allerdings politisch kaum durchsetzbar, gibt Schüßler zu bedenken. In den nächsten fünf Jahren sei in Jügesheim mit sinkenden Schülerzahlen zu rechnen, der aktuelle Engpass sei also eine vorübergehende Erscheinung.

Die einfachste Lösung, eine Kindergartengruppe vorübergehend in eine Hortgruppe zu verwandeln, scheidet aus: Durch ihr ehrgeiziges Ausbauprogramm für Kleinkinder unter drei Jahren hat die Stadt in ihren Kindergärten alle Raumreserven aufgebraucht.

Quelle: op-online.de

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