Kläranlage in Weiskirchen

Jetzt kommt der Strom vom Dach

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Die Drehleiter der Feuerwehr ermöglichte zur Präsentation der Solaranlage diese Aufnahme aufs Dach und die Module. Auch Stadtwerke-Betriebsleiter Dieter Lindauer ging in die Luft.

Rodgau - Eine Photovoltaikanlage erzeugt auf dem Dach der Kläranlage Strom. Gestern wurde das Projekt der Presse vorgestellt.

Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke und der neuen Bürgerenergiegenossenschaft Rodgau/Rödermark (EnerGo). Die EnerGo leiht den Stadtwerken 25.000 Euro. Die Gesamtkosten betragen 45.000 Euro. Derzeit hat die EnerGo 54 Mitglieder. Das Kapital beträgt zurzeit 50.000 Euro. Die Solaranlage in Weiskirchen ist das erste Projekt der Genossenschaft. Sie plant im ganzen Kreisgebiet weitere. Möglich sind Vorhaben auch mit Privatleuten und Vereinen. Kontakt: Tel.: 06106/6665891. Bürgermeister Jürgen Hoffmann sprach von einem „gelungenen Anfang“. Er dankte den Beteiligten für ihr Engagement. Zum Beispiel bringen sich die Vereinigte Volksbank Maingau und deren Prokurist Sven Blatter mit ihrem Fachwissen ein. Mit erneuerbaren Energien setzen sich immer mehr Menschen auseinander. Gelten diese doch, zumindest für den menschlichen Zeithorizont, als praktisch unerschöpflich. Zu diesen Energieformen zählen Wasserkraft, Wind- und Solarenergie, Erdwärme und nachwachsende Rohstoffe.

Die Leistung der Anlage wird aktuell angezeigt.

Auch die Stadtwerke investieren weiter in regenerative Energien. Die ersten Maßnahmen wurden bereits vor einigen Jahren realisiert. Die Kläranlage etwa erzielt bereits eine sehr hohe Quote, was die Stromerzeugung betrifft. Das Faulgas Methan wird auf der Anlage „verstromt“, wie die Fachleute sagen. Das Biogas entsteht in den beiden Faultürmen und wird in drei Blockheizkraftwerken in Strom umgewandelt. Mit der Abwärme der Blockheizkraftwerke werden die Faultürme auf Betriebstemperatur hochgeheizt sowie im Nahwärmenetz weitere Gebäude und das Warmwassersystem mit Energie versorgt. 55 Prozent des Energiebedarfs produziert die Kläranlage heute schon selbst. Mit der neuen Solaranlage steigt die Eigenerzeugungsquote auf etwa 56,3 Prozent.

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Dieser Prozentsatz soll weiter erhöht werden. Hierzu wurde über eine Konzeptstudie für erneuerbare Energien in Rodgau unter anderem das Betriebsgebäude der Kläranlage in Weiskirchen als ein geeigneter Standort für eine Solaranlage ermittelt. Auch das Ergebnis einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist positiv ausgefallen. Somit beschlossen die Gremien, auf Basis der Stadtwerke-Berechnungen auf dem Dach des Betriebsgebäudes eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch zu errichten. Inbetriebnahme war am 13. Juni. Die Kosten liegen bei etwa 45.000 Euro. Die Anlage besteht aus 108 Solarmodulen mit einer Leistung von je etwa 255 Watt, was einer Leistung von maximal 27,54 kwp entspricht. Pro Tag erzeugen die Module bei besten Wetterverhältnissen rund 120 bis 150 kw/h Strom. Das würde im Bad für rund 80 Stunden Haarefönen reichen.

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Die Betreiber gehen von einem Stromjahresertrag von etwa 23.000 kw/h aus. Das entspricht 1,3 Prozent des jährlichen Strombedarfs der Kläranlage. In etwa zehn Jahren hat sich nach Betreiberinformationen die Photovoltaikanlage damit. Das Konstrukt auf dem Dach der Kläranlage ist allerdings nicht nur ein technisches, sondern auch ein gemeinschaftliches. Die Bürgerenergiegenossenschaft Rodgau/Rödermark (EnerGo) beteiligt sich an der Energieerzeugungsanlage. Es ist das erste Finanzprojekt der Genossenschaft, die sich Anfang Mai gegründet hat und die eine Plattform für bürgerschaftliches Engagement im Bereich der regenerativen Energien in der Region Rodgau/Rödermark sein möchte. Die enge Zusammenarbeit mit den Städten Rodgau und Rödermark ist dabei ein wesentlicher Ansatz. Beim Bau der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kläranlage handelt es sich um ein Kreditgeschäft. Die EnerGo leiht den Stadtwerken Rodgau 25 000 Euro zu den am Markt üblichen Zinsen als Darlehen. Bürgermeister Hoffmann sieht hier ein Chance, Energiewende und Klimaschutz für Rodgau mit Bürgerbeteiligung noch weiter voran zu bringen.

(bp)

Quelle: op-online.de

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