Notizbuch der Woche

Kommentar: Da klafft so manche Lücke

Oh weh, oh weh die Schule ist aus!“ So klang‘s gestern Morgen aus unzähligen Nieder-Röder Kinderkehlen. Doch die bedauerten keineswegs, dass die Ferien angefangen haben: Wehmütig verabschiedeten sie Margarete Elster in den Ruhestand. Von Michael Löw

Die Rektorin der Bürgerhausschule ist aber nicht die einzige Pädagogin aus Rodgau und Rödermark, für die gestern der unwiderruflich letzte Schultag war. Gudrun Behring, die Leiterin der Gartenstadtschule, ist jetzt Pensionärin, und auch die Lehrer Thomas Kuhn und Ilse Kuhn-Frodeno, Norbert Mahn, Christa Kissel und Reinhold Glaser von der Nell-Breuning-Schule haben die Schulzeit hinter sich. Ganze Schülergenerationen haben ihren Unterricht durchlebt und manchmal auch durchlitten. Schülern und Eltern kann man nur wünschen, dass jahrzehntelange Erfahrung durch motivierte Vollblutlehrer und nicht durch planlos verschobene Teilzeitkräfte ersetzt wird. Doch zwischen Sonntagsreden zum Wert von Bildung und Schulalltag klafft oft eine Riesen-Lücke.

Die klafft auch zwischen Anspruch und Realität in der Rodgauer Politik. Da ging‘s in der letzten Stadtverordnetensitzung vor der Sommerpause nochmal richtig rund. „Grüßgott-August“ und „Polit-Mafia“ sind die Vorwürfe, die Gegner und Sympathisanten von Bürgermeister Alois Schwab einander an den Kopf werfen. Dieser Streit lässt manchen Politiker die guten Sitten vergessen. Die Hoffnung, dass sechs Wochen Ferien Hitzköpfe zur Besinnung bringen, bleibt wohl nur ein frommer Wunsch. Und Wünsche sind bekanntlich für Weihnachten reserviert.

Nach meist sachlichen Debatten gingen Rödermarks Parlamentarier am Dienstagabend in die Ferien. Trotzdem hinterließ auch deren Sitzung einen schalen Nachgeschmack. Eltern, die während des Erzieherinnen-Streiks mit einem Kindergarten-Notdienst vorlieb nehmen mussten, kriegen keinen Cent zurück. Der von alle Fraktionen unkommentiert zur Kenntnis genommene Hinweis des Bürgermeisters auf die Gebührensatzung, die eine Rückzahlung verbietet, ist formal sicher richtig. Bürgerfreundlichkeit sieht aber anders aus.

Quelle: op-online.de

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