Klares Votum für Gespräche mit TGS

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Da geht‘s lang: TGM SV-Vorstandssprecher Erwin Kneißl gab die Richtung der Fusionsgespräche mit der TGS vor und weiß die große Mehrheit der Mitglieder hinter sich.

Jügesheim ‐ Bei der Mitgliederversammlung von TGM SV Jügesheim stimmten fast 90 Prozent für Fusionsgespräche mit der Turngesellschaft. Von Andreas Pulwey

75 Anwesende befürworteten letztlich die „Vorbereitung eines unterschriftsreifen Vertrages“. Es gab sieben Gegenstimmen und drei Enthaltungen. Die Verhandlungen sollen etwa ein Jahr dauern. Außerdem beschloss der Verein geringe Beitragserhöhungen zum 1. Juli.

Wie zu erwarten, nahm der von beiden Vorständen forcierte Zusammenschluss der Traditionsvereine den größten Raum ein. Schon ein Tippfehler in der Tagesordnung führte zu emotionalen Diskussionen, denn statt der „Vorbereitung eines unterschriftsreifen Vertrages“ bat der Vorstand versehentlich um Zustimmung zu einem „unterschriftsreichen“ Vertrag. Schriftführerin Inge Ries behob den Lapsus sofort.

Trotzdem sah ein Skeptiker den Vorschlag zur Ausarbeitung eines Fusionsvertrages als zu weit gegriffen und bat zunächst um Abstimmung über „weitere Gespräche mit der TGS“. Andere kritische Stimmen vermissten die Struktur im Herangehen an die Verhandlungen, eine Vision, wohin der gemeinsame Verein steuern will, sowie einen Fahrplan, wann Mitglieder wieder zu einer Info-Veranstaltung geladen werden.

Die Zusage des Vorstandes, die TGM SV-Mitglieder über den Verlauf der Fusionsgespräche weiterhin zu informieren (wie es zum Beispiel Jörg Tauber einforderte), glättete so manche Woge. Hans Sahm brachte den Willen der Verantwortlichen auf den Punkt: „Kein Mitglied soll überfahren werden!“

Applaus erhielt Klaus Hoffmeister (Fassenachtsabteilung) für seine Feststellung, eine Zustimmung zu den Gesprächen bedeute noch lange keine Genehmigung des Zusammenschlusses. Über Inhalte des Vertrages soll laut Chef-Karnevalist Peter Gajewski abgestimmt werden.

Erste Kontakte zwischen diversen Abteilungen der beiden Vereine wie den Fußballern und den Tischtennisspielern haben bereits stattgefunden. Die Fastnachter halten sich noch bedeckt.

Einen weiteren Schwerpunkt der Tagesordnung bildeten die Finanzen. Ein Rückgang der Spenden und steigende (Energie)-Kosten sorgten im Jahr 2009 für einen Fehlbetrag von 21.000 Euro in der Bilanz. 2008 schloss der Verein noch mit einem Plus von 7000 Euro ab. Die Tendenz für das laufende Jahr knüpft laut Schatzmeister Andrè Haus an die von 2009 an. Damit 2010 nicht erneut mit einer Unterdeckung endet, stimmte die Versammlung ab 1. Juli einer Beitragserhöhung zu, der ersten seit sechs Jahren.

Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr und Aktive ab 18 zahlen dann monatlich einen Euro mehr (8,50 beziehungsweise 12 Euro). Familien, Senioren, Alleinerziehende mit einem Kind sowie Jugendliche zahlen weiterhin den alten Beitrag.

Darüber hinaus plädierte Haus für ein Budgetierungssystem. So soll ab 2011 jede der 14 Abteilungen über einen bestimmten finanziellen Rahmen verfügen. Für geleistete Dienste fließt dann Geld vom Verein auf die Abteilungskonten.

Die Investitionen in den nächsten Jahren sind immens. Auf 60.000 bis 80.000 Euro bezifferte Kneißl das Investitionsvolumen bis 2012. Auch wenn die 1913 gebaute Halle laut Bauausschuss keine sicherheitsrelevanten Mängel aufweist, so dürften doch Arbeiten am Dach, beim Brandschutz und der Elektrik anstehen.

In unveränderter Form kann der Vorstand nun in die Gespräche mit den Turngesellen gehen, denn bei nur zwei Gegenstimmen wurden die Köpfe des Vereins in ihren Ämtern bestätigt.

Die TGS hatte bereits Anfang Mai ihren Vorstand beauftragt, Fusionsgespräche mit TGM SV zu führen.

Quelle: op-online.de

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