Schiffe aus Mülltonne und Badewanne

Skurriles Unikat: Tonnen-Boot in Seenot

+
Klaus Kölpin von den Rodgauer Seglern fuhr schon in einer Badewanne auf der Elbe. Jetzt baute er ein Boot aus Mülltonnen. Ein originelles Mülltonnenboot auf dem Großen Brombachsee: Klaus Kölpin, Vorsitzender der Rodgauer Segler, baut solch skurrile Unikate. 

Rodgau  - Zwei Mülltonnen, eine Badewanne, ein Segel, ein bisschen Holz - und fertig ist Deutschlands ungewöhnlichstes Wasserfahrzeug.Klaus Kölpin, Vorsitzender der Rodgauer Segler, baut solch skurrile Unikate. Seine neueste Schöpfung ist allerdings noch nicht ganz dicht.

Zum 30. Vereinsjubiläum unternahmen die Rodgauer Segler   erstmals seit 2007 wieder ein „Ansegeln im Nassen“ am Großen Brombachsee, wo sie schon im Jahr 2000 mit 24 Teilnehmern und sechs Booten segelten und kampiert haben. Für den Vorsitzenden Klaus Kölpin, der 14 Tage am See verbrachte und seine Wannen-Neukonstruktion „Waansin II“ testete und trimmte, endete dieser Jubiläumsaufenthalt allerdings im wahrsten Sinne des Wortes „im Nassen“.

Zum Abschluss der letzten Testfahrt riskierte er - zur Sicherheit in Strandnähe - eine extreme Schräglage, und dabei drang für ihn überraschend Wasser in die linke der beiden seitlichen 120-Liter-Stabilisierungstonnen seines Spaß-Bootes: einer von Mülltonnen gestützten Badewanne.

Boot läuft mit 300 Litern Wasser voll

Ganz schnell schwappte das Wasser in die 150-Liter-Badewanne, sodass nur noch die rechte Tonne rausragte. Der erfahrene Jollensegler, zudem durch eine Regatta-Weste gesichert, zog seine U-Wanne aus rund zwei Meter Tiefe über den schlammigen Grund ans nahe Strandufer, richtete es auf und schöpfte mit einem Eimer rund 300 Liter Wasser aus Wanne, Tonne und Heckteil, bis alles wieder schwamm.

Die DLRG-Rettungswache, die auch die nahe Regatta überwachte, sah keinen Grund zur Hilfe, wie der Leiter später erklärte. Man habe alles mit dem Fernglas im Auge gehabt und gemeint „der macht das schon“. Nicht weniger sportlich, wenngleich nicht so nass, doch auch manchmal bei großer Schräglage verliefen die mehrtägigen Trimmfahrten mit dem neu angeschafften Boot des Vereinsmitglieds Helmut Heckler, ein 5,40 Jollenkreuzer, „Gannet“, Fam, Baujahr 1978.

Zusammen mit dem Segler Uwe Rädiker, der das Boot während einer Woche auch einhand segelte, testeten sie diesen Klassiker mit dem Ergebnis „sehr gut“. Am ersten Wochenende kam es zu einem Vereinstreffen am See mit der Erinnerung an die guten alten Zeiten, als die Mitglieder noch jünger und zahlreicher waren.

(bp)

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare