Zweiter Kleiderladen

Kleidung für den schmalen Geldbeutel

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Patric Dietzel und Christine Zoeller vom Kreisverband des Roten Kreuzes sichten gespendete Kleidungsstücke in den ehemaligen Geschäftsräumen von Sport-Berger. Der DRK-Kleiderladen an der Vordergasse eröffnet voraussichtlich Mitte oder Ende April.

Jügesheim - Einen zweiten Kleiderladen für Menschen am Rand des Existenzminimums richtet das Rote Kreuz (DRK) in Rodgau ein. Der Laden in den ehemaligen Geschäftsräumen von Sport-Berger an der Vordergasse eröffnet voraussichtlich Mitte oder Ende April.

Noch haben dort die Handwerker das Sagen. Zwei junge Männer aus Kolumbien, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, montieren Verkaufsregale. Das Obergeschoss ist eine Baustelle: Zwischenwände werden versetzt, neue Bodenbeläge verlegt und vieles mehr. „Das wird noch ein paar Wochen dauern“, schätzt Patric Dietzel, der Teamleiter soziale Dienste im DRK-Kreisverband Offenbach. Das Obergeschoss erhält eine Küche, der sich für Kochkurse eignet, einen Übungsraum für weitere Angebote und das Büro der Migrations-Erstberatung.

Mehr als 300 Quadratmeter hat das Rote Kreuz angemietet. Allein der Kleiderladen im Erdgeschoss wird rund 120 Quadratmeter groß.

14 freiwillige Mitarbeiterinnen haben sich bereits gemeldet. Ihre Altersspanne reicht von der Studentin bis zur Rentnerin. „Das ist ein guter Start. In Seligenstadt haben wir mit acht Leuten angefangen“, sagt Christine Zoeller, die die ehrenamtliche Arbeit in den Kleiderläden des DRK-Kreisverbandes koordiniert. Von der Anzahl der Mitarbeitenden hängen die Öffnungszeiten ab, denn jede Schicht, ob vor- oder nachmittags, sollte mit drei Personen besetzt sein. „Mit 30 Ehrenamtlichen können wir fast die ganze Woche abdecken“, erklärt Patric Dietzel. Wenn der Laden erst einmal eröffnet sei, kämen erfahrungsgemäß weitere Freiwillige dazu: „Es dauert ungefähr drei bis vier Monate, bis wir ein Team zusammenhaben.“

Die ersten Kleiderspenden hat das Rote Kreuz schon angenommen. Sie sind in Folie und Kartons verpackt, damit sie durch den Staub keinen Schaden nehmen. Christine Zoeller weiß aus Erfahrung, wie groß die Spendenbereitschaft ist: „Der Laden wird ruckzuck voll sein.“

Schon für ein paar Euro kann man im DRK-Kleiderladen einkaufen. Die Preisliste beginnt bei einem Euro. Hosen, Röcke oder Hemden gibt es für zwei Euro, Mäntel oder Anzüge ab fünf Euro. Niemand empfange gern Almosen, sagt Patric Dietzel. Den meisten Kunden sei es lieber, einkaufen zu können.

Bilder: Vereinsgala in Rodgau

Mit dem Kaufpreis leisten die Kunden einen Beitrag zu den Mietkosten. „Verdienen können wir daran nichts“, so Dietzel. Der DRK-Kreisverband strebe bei den Kleiderläden zwar eine schwarze Null an, habe aber im vergangenen Jahr einen fünfstelligen Verlust eingefahren. Dass das Angebot aufrecht erhalten bleibe, sei den 12.000 Rotkreuz-Mitgliedern im Kreis Offenbach zu verdanken: „Ohne sie könnten wir solche Sachen nicht machen.“ (eh)

Quelle: op-online.de

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