Schüler sammeln Spenden für Klimaschutz

Klima schützen - Auto stehen lassen

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Mit dem CO2-Rechner sorgten Schüler der Heinrich-Böll-Schule bei manchen Autofahrern für einen Aha-Effekt.

Nieder-Roden - „Wissen Sie eigentlich, wie viel Kohlendioxid Sie gerade erzeugen?“ Mit dieser Frage sahen sich Autofahrer vor der Heinrich-Böll-Schule konfrontiert. Fünft- und Sechstklässler rechneten ihnen den CO2-Ausstoß vor und baten um Spenden für ein Klimaschutzprojekt.

Für jeden gespendeten Euro wird ein Baum gepflanzt. Die Idee zu dieser Aktion stammte von vier Schülern, die sich „Klimabeauftragte“ nennen dürfen. Die Gesamtschule beteiligte sich damit am dritten hessischen Tag der Nachhaltigkeit. Das Ziel: Eltern und Lehrkräfte sollten über ihr Verkehrsverhalten nachdenken und ihre Autos einmal stehen lassen.

In einer regelrechten Informationskampagne wurden Schüler, Eltern und Lehrer informiert. Die Eltern der neuen Fünftklässler wurden gleich in der Einschulungsfeier „vorgewarnt“. Der Erfolg war deutlich sichtbar: Am Tag X kamen so wenig Autos, „dass es fast langweilig war“, wie Beteiligte erzählen. Die Polizei sicherte den Verkehr.

„Sogar um die Gartenstadtschule herum waren weniger Autos als sonst“, berichtet Lehrerin Christine Baumann: „Es war mal richtig angenehm mit dem Fahrrad zu fahren. Ich kann mich nicht erinnern, den Lehrer-Fahrradständer jemals so voll gesehen zu haben.“

Wie der Treibhauseffekt funktioniert

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Die wenigen Autofahrer, die dennoch an der Schule vorfuhren, wurden von Schülern in Warnwesten begrüßt. Der CO2-Ausstoß der „Schulfahrt“ war auf Smartphones und Tabletcomputern in Sekundenschnelle ausgerechnet. Die Schüler nutzten dazu den CO2-Rechner der DEKRA im Internet.

Der Klimaschaden durch Kohlendioxid lässt sich auch in Euro beziffern. Die meisten Autofahrer fütterten das Sparrschwein bereitwillig mit Spenden. Die Beträge reichten von 20 Cent bis zu zehn Euro - von einer Lehrerin, die täglich 60 Kilometer zur Schule fährt. Die Schulleitung will im Kollegium weitere Spenden einsammeln. Der Inhalt des Sparschweins geht an die Organisation „Plant for the Planet“. Sie verspricht, für jeden Euro irgendwo auf der Welt einen Baum zu pflanzen.

Nur bei zwei „Elterntaxis“ stieß die Aktion auf Ablehnung. Eine Mutter drehte den Schülern demonstrativ den Rücken zu. Ein anderer Autofahrer ließ sein Kind aussteigen und gab sofort Gas.

Zustimmung und Einsicht ernteten die Schüler hingegen bei Mitarbeitern der Stadt Rodgau und der Stadtwerke. Diese beteiligten sich ebenfalls an der Spendenaktion, um den CO2-Ausstoß durchs Autofahren ein klein wenig auszugleichen.

eh

Quelle: op-online.de

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