Klimmzüge für den Kunstrasen

Dudenhofen - (eh) Zeitgemäße Trainingsbedingungen für seine 15 Fußballmannschaften will der TSV Dudenhofen nächstes Jahr im Sportzentrum an der Opelstraße schaffen. Der geplante Kunstrasenplatz wird die größte Investition in der Geschichte des 120 Jahre alten Vereins.

„Die Finanzierung steht, wir können nächstes Jahr anfangen“, sagte Verwaltungsratsmitglied Wolfgang Resch am Mittwoch vor der Presse. Tags zuvor hatte der TSV erfahren, dass er in der Prioritätenliste des Landes vom zweiten auf den ersten Platz vorgerückt ist. Nur eine Naturkatastrophe, so Resch, könne das Vorhaben jetzt noch kippen.

Der TSV ist auf öffentliche Zuschüsse angewiesen. Im Gegensatz zu anderen Sportvereinen verfügt er über keine eigenen Sportanlagen, die er Gewinn bringend in Bauland umwandeln kann.

Zu den Baukosten von rund 550 000 Euro erwartet der TSV 390 000 Euro an öffentlichen Zuschüssen. Für den Rest will er ein Darlehen mit 15 Jahren Laufzeit aufnehmen. „Der Verein ist in der Lage, diese 160 000 Euro allein zu finanzieren, selbst wenn alle Sponsoren ausfallen sollten“, betont Resch.

Mit dem Bau des Kunstrasens erfüllt sich der TSV einen langen Wunsch. Der 1974 errichtete Hartplatz des Sportzentrums Opelstraße ist seit Jahren für den Spielbetrieb gesperrt, weil er praktisch nicht mehr nutzbar ist: bei Nässe voller Pfützen, bei Trockenheit eine Staubwüste.

Im Mai 1999 hatte der TSV erstmals angefragt, ob die Stadt den Hartplatz in einen Allwetterplatz umbauen könne. Im August 2006 stellte der Verein einen offiziellen Antrag. Ein knappes Jahr später brachte der Ortsbeirat einen Erbbaurechtsvertrag ins Gespräch. Seit zwei Wochen ist der Vertrag beschlossen: Nachdem die Mitgliederversammlung mit 96:1 Stimmen das Projekt befürwortete, gab das Stadtparlament am 25. Mai einstimmig grünes Licht.

„Im Endeffekt ging es glatt durch, aber in Wirklichkeit war es ein bisschen langwieriger“, berichtet Vorstandsmitglied Heiner Hillesheim. Zunächst habe die Stadt dem Verein die Unterhaltung des Mehrzweckgebäudes mit Duschen und Umkleiden „unterjubeln“ wollen, um 35 000 Euro pro Jahr einzusparen. Eine Zeit lang fühlte sich der Vorstand wie ein Spielball politischer Auseinandersetzungen. Hillesheim: „Politik ist, wenn eine Partei sagt, wir stehen voll hinter euch, dann sagt die andere: Wir nicht.“

Der Kunstrasen verlangt dem TSV finanzielle Klimmzüge ab. Vorstand und Verwaltungsrat rechnen mit einer monatlichen Belastung von anfangs 1 650 Euro und später 1 100 Euro, die aus den laufenden Einnahmen bestritten werden könne.

Eigenleistungen beim Bau und das Engagement der Sponsoren seien da noch nicht berücksichtigt, sagt Heiner Hillesheim. Der Vorstand sei bewusst von ungünstigen Annahmen ausgegangen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Quelle: op-online.de

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