Kochen stärkt Wir-Gefühl

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Kai Dörry füllte beim Kochkurs im evangelischen Gemeindehaus die Ravioli wie ein Großer.

Dudenhofen (lö) - Abendmahl, Tisch des Herrn, Brot und Wein, die Speisung der Fünftausend: Die Bibel steckt voller Bilder vom Essen und Trinken, beides verbindet die Menschen.

Dieser Grundgedanke steht auch hinter dem Kochnachmittag, den Anna Katharina Schröder jetzt schon zum zweiten Mal im evangelischen Gemeindehaus anbot. Das Vier-Gang-Menü, das am Ende auf dem Tisch stand, war sicherlich üppiger als die Kost vor rund 2 000 Jahren im Heiligen Land. Doch was steht im Buch der Sprüche (Vers 22,6)? „Darum soll sich der Mensch an die Freude halten. Er soll essen und trinken und sich freuen; das ist das Beste.“

Tomatensuppe, Ricotta-Ravioli mit Salbeibutter, Hühnchen-Schlegel mit Rosmarin, Kapern und Sardellen sowie den Klassiker Panacotta zum Nachtisch verbanden an diesem Nachmittag die Menschen unterschiedlichen Alters. Kerstin Dörry, die mit ihrem Sohn Kai gekommen war, kocht einfach gern mit anderen zusammen: „Egal, was es gibt!“ Ihr Herz hängt zwar wegen der schier unendlichen Gewürzvielfalt mehr an der arabischen als an der italienischen Küche, doch das tat der Sache keinen Abbruch. Und was noch nicht auf dem Speiseplan steht, kann ja noch kommen.

Der erste Kochnachmittag war fernöstlich inspiriert. Anna-Katharina Schröder hatte während ihres Jurastudiums mehrmals in Thailand Urlaub gemacht und dort die - nach fester Überzeugung der Thais - beste Küche der Welt kennengelernt. Nach diversen Asienurlauben war sie auch mit exotischen Gewürzen so fit, dass sie sogar im Restaurant ihrer Gastgeberfamilie mitkochen durfte.

Daheim in Dudenhofen hat sie beruflich mit Töpfen und Pfannen absolut nichts an der Kochmütze. Das Werkeln in der Küche sei für sie ein guter Ausgleich zu all den Paragrafen, sagt die Juristin. Ihre Mitköche am Samstag kamen aus verschiedenen Gruppen der Gemeinde. Doch auf Dauer will Anna-Katharina Schröder in Dudenhofen einen evangelischen Kochclub etablieren. Denn wer gut isst, kann auch trefflich über Gott und die Welt sinnieren.

Quelle: op-online.de

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