Stadtwerke-Mitarbeiter überprüfen Spielgeräte

Kontrollen schaffen Sicherheit

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Über ein Seil oder bewegliche Platten können Kinder an diesen Spielgeräten balancieren. Dort wird insbesondere die Festigkeit der Aufhängung kontrolliert.

Nieder-Roden - Weil Spielgeräte kaputt gehen und eine Verletzungsgefahr darstellen können, werden sie regelmäßig kontrolliert. Von Simone Weil

In Rodgau werfen die Stadtwerke-Mitarbeiter bei der wöchentlichen Reinigung der 55 Spiel- und drei Bolzplätze einen ersten kritischen Blick auf die Installationen. Darüber hinaus stehen alle drei Monate sogenannte operative Prüfungen an. Richard Ricker nahm sich gerade den Spielplatz an der Fontanestraße in Nieder-Roden vor. Richard Ricker ist einer der beiden Bauhof-Mitarbeiter, die für den Zustand der Spielplätze zuständig sind: Kontrollen und Reparaturen bestimmen seinen Alltag. Alle drei Monate werden Bolz- und Spielplätze überprüft. Darüber hinaus knöpft er sich auch Spielgeräte in den Kindertagesstätten vor. Außer den jährlich vier Kontrollen pro Spielplatz gibt es eine fünfte, die von einer externen Firma ausgeführt wird.

Der gelernte Zimmermann Ricker inspiziert gerade den Metallzaun, der Kinder davon abhalten soll, auf die Straße zu laufen, und gleichzeitig Vierbeinern den Zugang zur Spielfläche erschwert. Dabei geht er den Zaun der gesamten Länge nach ab, rüttelt am Gitter und an den Türen. Auch Bäume nimmt er unter die Lupe. Er entfernt abgebrochene Zweige vorsichtshalber, bevor sie jemanden verletzen könnten. Sind durch Windbruch größere Äste angeknackst und drohen runterzufallen, muss eine Fachfirma beauftragt werden, den Schaden zu beheben. Holzbänke und Papierkörbe sollten ebenfalls standsicher sein, damit sich Bürger nicht wehtun.

Richard Ricker mit den Prüfformen, mit deren Hilfe ausgeschlossen werden soll, dass ein Kind stecken bleibt.

Gerade jüngeres Spielgerät hat bereits Füße aus Metall, oft geht es ein gutes Stück oberhalb des Bodens mit Holzpfählen oder -stützen weiter. Um die Verankerung zu kontrollieren und auszuschließen, dass morsches oder verrottetes Holz die Standfestigkeit einer Installation gefährdet, greift Richard Ricker auch immer wieder zur Schaufel. Erst muss er das Fundament frei buddeln, bis er sieht, was dort wirklich Sache ist.

Die Stellen, die besonders anfällig für Schäden sind, kennt der Experte längst. Alles, was separat befestigt wird, kann sich dort abnutzen. Etwa die Aufhängung der Schaukeln. Dafür holt Richard Ricker die Leiter aus dem Stadtwerke-Transporter. Doch er stellt sich selbst auch mal direkt auf den Schaukelsitz, um zu testen, ob ihn die Metallkonstruktion aushält. „Das wird von Passanten manchmal argwöhnisch beäugt“, erzählt der Spielplatzkontrolleur. Deswegen sei es an dieser Stelle deutlich gesagt: Der Mann schaukelt nicht etwa zu seinem Vergnügen, sondern rein beruflich.

Sind beispielsweise Mädchen und Jungen auf einem Spielplatz oder inspiziert der Bauhof-Mitarbeiter das Spielgerät in einer der 19 Kindertagesstätten, dann wird Ricker auch oft mit neugierigen Fragen gelöchert. „Was machst du denn da?“, will der Nachwuchs meistens wissen. Weil der Kontrolleur für solche Erläuterungen keine Zeit hat, schätzt er es besonders, wenn er alleine und ungestört arbeiten kann.

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Er inspiziert beispielsweise die lustig bunten Installationen, bei denen Balancieren und Gleichgewichtstraining angesagt sind. Sind die Rüttelbretter gut verankert, die Kunstsoffseile fest aufgehängt und ist der Fallschutz breit genug? Weil die Spielgeräte noch relativ neu sind, hat der Fachmann momentan keine Beanstandungen.

Anders sieht es bei dem ältesten Teil auf dem Gelände an der Fontanestraße aus: Am hölzernen Turm hat der Kontrolleur im Laufe der Zeit bereits einige morsche Vierkantbalken ausgetauscht. Das ist ganz deutlich zu sehen. Auch am Seilzug, mit dem Sand transportiert werden soll, hat Ricker nachgebessert. Weil der Zugang zum Kettenlauf offen war und Kinder es irgendwie schaffen könnten, mit ihren kleinen Fingern hinein zu geraten, hat der Sicherheitsprüfer den hölzernen Kasten unten mit einem Brett verschlossen und so die Gefahr gebannt. Mit Hilfe sogenannter Prüfformen testet der Stadtwerke-Mitarbeiter, ob Kinder mit Kopf, Hals oder ihrem Körper irgendwo stecken bleiben und sich verletzten könnten. Simuliert wird beispielsweise auch ein Anorakbändel, mit dem ein Kind hängen bleiben könnte.

Quelle: op-online.de

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