103 Punkte füllen das politische Programm

Rodgauer Kooperation ist sich einig

Auch die Erweiterung der Kläranlage Weiskirchen um eine vierte Klärstufe ist ein Projekt der Kooperation. Schmutzwasser wird in Deutschland in Kläranlagen nicht zu 100 Prozent gesäubert. Aktuelle Anlagen können Spurenstoffe, Mikroplastik und antibiotikaresistente Keime meist nicht filtern. Zu den häufig vorkommenden Spurenstoffen zählen unter anderem Arzneimittelrückstände, Haushalts- und Industriechemikalien, Körperpflegemittel, Waschmittelinhaltsstoffe, Nahrungsmittelzusatzstoffe, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel. archiv
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Auch die Erweiterung der Kläranlage Weiskirchen um eine vierte Klärstufe ist ein Projekt der Kooperation. Schmutzwasser wird in Deutschland in Kläranlagen nicht zu 100 Prozent gesäubert. Aktuelle Anlagen können Spurenstoffe, Mikroplastik und antibiotikaresistente Keime meist nicht filtern. Zu den häufig vorkommenden Spurenstoffen zählen unter anderem Arzneimittelrückstände, Haushalts- und Industriechemikalien, Körperpflegemittel, Waschmittelinhaltsstoffe, Nahrungsmittelzusatzstoffe, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel. archiv

Im Rathaus möchte die nächsten fünf Jahre eine Kooperation aus Grünen, SPD, FDP, Freien Wählern Rodgau (FWR) und Tierschutzpartei regieren. Das Fünferbündnis kommt auf 24 der 45 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung. Neu hinzugekommen in der Kooperation ist die Tierschutzpartei mit den Stadtverordneten Fabian Schelsky (Fraktionsvorsitzender) und Paula Lopez Vicente. Die Mehrheit der anderen Mitglieder arbeitet seit 2007 zusammen (teils mit noch anderen Partnern, die inzwischen ausgeschieden sind).

Rodgau - In einer Videokonferenz schilderten gestern die Partner, welche Inhalte der Kooperationsvereinbarung jeweils aus welcher Feder stammen und betonten letztlich aber, es handele sich um eine gemeinsame Expertise. Bildungsthemen reklamierten FDP und SPD für sich, Umweltthemen und Nachhaltigkeit die Grünen, tierische Aspekte die Tierschutzpartei, die FWR unter anderem den Vorschlag für ein Bestattungskonzept im Wald und mehr Hundekotbeutelstationen.

Das ist aber natürlich lange nicht alles an Konzepten. Frühere Vereinbarungen der Kooperation umfassten 30, 40 Punkte, die aktuelle 103. Insgesamt sind Investitionen von 15 bis 20 Millionen Euro vorgesehen. Dass das straffe Pensum wohl nicht komplett zu schaffen sein wird binnen der fünf Jahre, ist allen klar. „Wenn wir die Hälfte packen, ist das gut“, hieß es.

Die Partner sehen sich als gleichberechtigt an. Die Neuen aus der Tierschutzpartei versicherten, sie seien freundlich und auf Augenhöhe aufgenommen worden. Man fühle sich im Bündnis ernst genommen.

Was gehört zu den ersten Projekten der Kooperation nach der konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung nächsten Montag (19.30 Uhr, Bürgerhaus Dudenhofen)? Weitere Forcierung der Neubautätigkeit zwischen Jügesheim und Hainhausen, aber auch in Dudenhofen und Nieder-Roden. Und: Grundstücke suchen, auf denen die Stadt bezahlbaren Wohnraum baut.

Weitere Inhalte der Vereinbarung:

Es bleibt beim kostenlosen Kitabesuch für Kinder ab drei Jahren. Es werden weitere Kitas gebaut. Wobei diese mit Seniorenwohnungen gekoppelt werden – was wiederum konzeptionell begleitet wird.

Es wird geprüft, ob sich das Baugebiet Rodgau-West ein Mehrgenerationenhaus als Treffpunkt anbietet. Generell sollen künftige Wohngebiete verkehrsarm entstehen (mit Quartiersgaragen zum zentralen Parken).

Wobei die Kooperation aktuell ein Ende des Wachstums sieht. Die geplante Entwicklung von 46 Hektar werde die Stadt bestimmt noch zehn Jahre beschäftigen. Über den aktuellen Flächennutzungsplan hinaus möchte das Bündnis deshalb zunächst keine weiteren Wohn- und Gewerbegebiete ausweisen.

Der Bau einer Stadthalle am Strandbad wird erwogen.

Jeder Stadtteil soll ein eigenes Familienzentrum bekommen (wobei Jügesheim schon eins hat). Geplant ist der Bau eines Medienkompetenzzentrums. Erweitert wird auch das Medienangebot der Büchereien.

Die medizinische Versorgung wird durch Förderung medizinischer Zentren unterstützt.

Grundstücke sollen zu erschwinglichen Preisen zum Bau oder Erwerb von Wohneigentum für junge Familien bereitgestellt werden.

Im Rathaus soll ein Klimaschutzmanagement etabliert werden. Jährlich werden 100 neue Bäume gesetzt.

Straßen werden Schritt für Schritt saniert, wobei die grundhafte Erneuerung der Schillerstraße ganz oben auf der Liste steht.

Der Jahresförderbetrag von Investitionen der Vereine wird auf 300 000 Euro aufgestockt. Nicht verbrauchtes Geld kann ins nächste Jahr übertragen werden.  bp

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