Selbstbewusste Bilanz zur Halbzeit

Kooperation so fest wie nie

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„Ohne uns gäbe es in Rodgau weniger Blüten und Bücher“, wirbt Winno Sahm für die Errungenschaften der Kooperation. Als Beispiel nennt er gerne die extra eingesäte Blumenwiese vor der Feuerwehr-Mitte.

Rodgau - Die Rathauskooperation aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern meldet auch über das Ende der Legislaturperiode 2016 hinaus einen Führungsanspruch an.

Das verdeutlichten die Fraktionsspitzen der Koalitionäre Ralf Kunert, Winno Sahm, Heino Reckließ und Karl-Heinz Dauth gestern vor der Presse. Zur Halbzeit der Wahlperiode zogen die Mehrheitsfraktionen selbstbewusst, aber nicht überheblich Bilanz. Als Ziele nannten die Parteienvertreter:

  • Neugestaltung des Puiseauxplatzes
  • Ausbau des Ortskerns von Jügesheim zum Stadt- und Einkaufszentrum
  • Einstieg in die Planung von weiterem sozialen Wohnungsbau, bezahlt von der Stadt und freien Trägern
  • Bau neuer Räume für die Nachmittagsbetreuung von Kindern auf dem Gelände der Wilhelm-Busch-Schule in Jügesheim
  • Entwicklung neuer Wohnbaugebiete zwischen Jügesheim und Hainhausen
  • Ansiedlung von Gewerbe im Industriegebiet D27 Dudenhofen
  • Der Grundsteuerhebesatz (derzeit 330 Prozent) soll die 400 nicht überspringen.

Heino Reckließ betonte, die Politik könne für diese Projekte lediglich gute Bedingungen schaffen. Letztlich müssten die Vorhaben aber vor allem die Akzeptanz der Bürger und privaten Grundbesitzer finden. Dies gelte besonders für die Pläne zum Puiseauxplatz und Jügesheimer Ortskern und auch für die Erschließung neuer Gewerbegebiete. Die Kooperation war 2006 angetreten. Zuvor hatte sich die CDU in Rodgau aufgrund internen Streits - unter anderem mit dem eigenen Bürgermeister Alois Schwab - quasi selbst um die Mehrheit im Parlament gebracht. Inzwischen läuft die Zusammenarbeit in der Kooperation offenbar so gut, dass Kunert gestern von einem „harmonisch- freundschaftlichen Miteinander“ und von „gegenseitigem Respekt“ sprach. „Wir gehen davon aus, dass das auch nach 2016 so weiter geht.“

Winno Sahm übernahm es, eine Öko-Bilanz der vergangenen Regierungsjahre zu ziehen. Sein Resümee fiel geteilt aus. „Zumindest dort, wo wir als Stadt eigenverantwortlich handeln konnten, hat’s geklappt“, sagte Sahm. Gescheitert seien die für Rodgau geplanten Windräder an der Zögerlichkeit eines Investors, für die geplante Biogasanlage habe die Zuständigkeit zum Kreis gewechselt. Deshalb seien diese Großprojekte, „die die Stadt nicht alleine stemmen konnte, ins Stocken geraten“. Als Erfolg bezeichnete Sahm die Neuorganisation des Grünflächenmanagements mit Konzentration der Zuständigkeiten. Die aufs Stadtgebiet verteilten „gesondert eingesäten Blühflächen“ seien auch jetzt noch eine Augenweide. Das Radwegenetz sei ausgebaut und damit für die breite Bevölkerung erschlossen, der Wald nach neuen Standards zertifiziert worden.

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Rodgau habe überdies dank der Kooperation „das beste Abfallbeseitigungssystem im ganzen Landkreis“. Beispielhaft seien die Leistungen der Rathausmehrheit auch bei weichen Standortfaktoren. „Kita-Plätze kosten bei uns nichts. Bildung ist ein Schwerpunkt. Und die Büchereien in Nieder-Roden und Jügesheim wurden modernisiert und ausgebaut.“ Karl-Heinz Dauth und Heino Reckließ nannten weitere Pluspunkte, auf dem Konto der Koalition:

  • Beim Bau der zwei neuen Feuerwehrhäuser wurden 1,5 Millionen Euro eingespart
  • An der Ludwigstraße entstanden mitten im Jügesheimer Ortskern senioren- und behindertengerechte Sozialwohnungen
  • Das Familienzentrum Alter Weg mit 36 neuen Betreuungsplätzen für Kinder ist gerade im Bau
  • Am Christian-Zang-Haus entstanden zwölf Betreuungsplätze und 50 Plätze für die Nachmittagsbetreuung der Hainhäuser Schulen
  • Das Bürgerbüro wurde umgebaut und mit erweiterten Öffnungszeiten bürgerfreundlicher
  • Die Vereine wurden an den Nebenkosten für die städtischen Hallen beteiligt
  • Die Bildungsmesse ist zur größten nichtkommerziellen Bildungsveranstaltung in Hessen gewachsen
  • Ein Einzelhandelskonzept, eine Seniorenbefragung und ein Verkehrsgutachten liegen vor
  • Das Baugebiet an der Opelstraße, weitere kleinere in Weiskirchen, Dudenhofen, Nieder-Roden, das J41 in Jügesheim wurden erschlossen, die Erweiterung des Opel-Prüffelds in die Wege geleitet.

(bp)

Quelle: op-online.de

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