Kreativität ohne Grenzen

+
Neben Gemälden waren auch Papierobjekte, Keramik, Marionetten und Quilts zu sehen. Letztere von Maria Aßmann (Foto), deren Unterwasserwelt beim Main-Quilt-Festival mit einem Preis ausgezeichnet worden war.

Hainhausen ‐ Eine kleine Holzfigur erklimmt einen Berg, eine andere verarztet einen Baum, eine dritte fährt Ski. Steine, Rindenstücke und Holz dienen den sorgfältig angefertigten Männlein mit ihren beweglichen Gliedern als Kulisse für ihre Aktionen als Gipfelstürmer oder Baumdoktor. Von Astrid Spina

„Kunstwerke, mit denen man spielen kann“, beschreibt Alois Linduschka seine sehenswerten Exponate, die er zur Ausstellung Hainhäuser Künstler „Unsere Art“ zeigte. Bereits zum dritten Mal wurde die Schau unter der Schirmherrschaft des Geschichts- und Kulturvereins Hainhausen organisiert und maßgeblich von Madeleine und Theo Henkel organisiert. 13 Hainhäuser Hobbykünstler präsentierten in der SKV-Halle ein ansehnliches Spektrum ihres kreativen Schaffens.

Mehr Fotos von der Ausstellung:

Ausstellung „Unsere Art“ von Hainhäuser Künstlern

Eine lebensgroße Flamencotänzerin aus Acrylfarben blickte Betrachtern lebensfroh in die Augen, ein Gitarrenspieler lehnte einsam an einer Mauer. Bilder, die Gefühle, die Stimmungen transportieren. „Mich faszinieren Gesichter und Bewegungen“, erläuterte Monika Müller ihre Motivwahl. Ihre „zweite große Liebe“ gilt dem Meer: Den Wellen, der Weite, der Farbenpracht, anschaulich festgehalten auf großen Leinwänden. Auch Ingeborg Di Natale malt gerne Landschaften in Acryl, Öl oder Aquarell, etwa. von der Insel Rügen. Sie malt ihre Werke gerne vor Ort, andere zu Hause mitten in ihrem Alltag. Das künstlerische Schaffen bedeutet für sie, einen wichtigen Freiraum zu bewahren: „Wenn ich male, bin ich in Gedanken wie in einem anderen Land.“

Das Spiel mit Farben und Perspektiven, mit Techniken und Motiven. Portraits, Landschaften, Blumen, Gegenständliches bis Abstraktes, Materialien und Ideen, die der Phantasie keine Grenzen setzen. Die Mitglieder der Hainhäuser Künstlergruppe demonstrierten anschaulich ihr über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg stetig entwickeltes Können. In Gesprächen mit Besuchern erläuterten sie ihre Ausstellungsstücke und den damit verbundenen Schaffensprozess.

Voller Ideen, experimentierfreudig, offen für Neues

So hat Kunst zum Beispiel auch viel mit dem eigenen Leben, mit der eigenen Biographie zu tun. Waldemar Tober erläuterte dies am Beispiel einer Vielzahl seiner Zeichnungen, die teilweise eng mit bestimmten Lebenssituationen verknüpft sind. Manchmal werden diese Zusammenhänge erst im Nachhinein sichtbar. Kunst ordnet und strukturiert, gibt Halt und Festigkeit.

Jedes Kunstwerk braucht seine Zeit. Petra Laporte schnitzte beispielsweise 100 Stunden, bis sie ihre Marionette in der Figur eines Mönchs fertiggestellt hatte. Das Besondere daran: Die Künstlerin erschuf sie aus einem einzigen Stück Lindenholz in originaler Bauweise der Augsburger Puppenkiste, bei der sie selber zwei Mal hospitiert hatte.

Neben dem Mönch hingen auch weitere lustige Marionettengesichter an einem Holzrahmen, ein Gärtner zum Beispiel und ihre Eltern, die Petra Laporte jeweils zu ihrem 50. Geburtstag als Miniaturausgabe originalgetreu nachgebildet hatte, die Köpfe dieses Mal aus Modelliermasse.

Die Ausstellung zeigte anschaulich: Die Hainhäuser Künstler stecken voller Ideen, sind experimentierfreudig und immer offen für Neues. Die Rodgauer Besucher dürfen schon gespannt sein, was die kreativen 13 als nächstes auf die Beine stellen werden, die da heißen: Maria Aßmann,

Quelle: op-online.de

Kommentare