Kreis Offenbach sucht Baum-Paten

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Fachanleiter Kai Horn (rechts) pflanzte gestern mit. Im Hintergrund einer der alten und abgebrochenen Bäume.

Rodgau - Die schwere Last der guten Apfelernte 2008 und Unwetter haben den Obstgehölzen in der Region böse zugesetzt. Die Kronen vieler Streuobstbäume sind abgebrochen. Manche sehen so zerfleddert aus, als habe der Blitz in sie eingeschlagen. In der Ostgemarkung von Dudenhofen und Jügesheim lässt die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach zurzeit deshalb 100 neue Obstbäume setzen. Von Bernhard Pelka

Das übernehmen die Grundstücksbesitzer und die Teilnehmer eines Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekts des Internationalen Bundes (IB). Gestern waren die Ein-Euro-Jobber des IB nahe dem Pflanzenzentrum Blumenau an der Verbindungsstraße zwischen Rodgau und Seligenstadt aktiv. Loch ausheben, Setzling hinein, Stützpfahl in die Erde rammen, Baum anbinden, Loch zuschütten, Kompost drauf, Fraß-Schutz (Zaun) anbringen: die Arbeitsschritte waren immer gleich.

Ein Fraß-Schutz aus Draht hält Wildtiere ab. Zum Schluss deckten die IB-Mitarbeiter die Pflanzlöcher mit einer Nährschicht aus Kompost aus der Dudenhöfer Kompostanlage ab.

IB-Fachanleiter Kai Horn betont, seine Mannschaft wolle zu Gartenbaufirmen keine Konkurrenz sein. „Wir bekommen ausschließlich Aufträge, für die eigentlich so gut wie kein Geld da ist. Es handelt sich um Zusatzaufgaben zum herkömmlichen Programm.“

Die neuen Bäume sollen das Landschaftsbild verbessern, den Erholungswert sichern und Tieren Lebensräume bieten. „In den letzten Jahren haben wir beobachtet, dass immer mehr alte Obstbäume absterben oder auseinander brechen“, berichtet Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. „Wenn jetzt nichts unternommen wird, werden in zehn Jahren kaum noch Obstbäume die Feldflur gliedern und ökologisch aufwerten.“

Die Untere Naturschutzbehörde hat im Winter deshalb Gespräche mit Landwirten und Grundstückseigentümern geführt, um Baumstandorte festzulegen. „Jetzt werden 56 Apfelbäume, 17 Nussbäume, je sechs Speierlinge und Esskastanien sowie einige Birnbäume, Zwetschgen, Süßkirschen und essbare Vogelbeeren gepflanzt“,resümiert Claudia Jäger.

Die Aktion soll andere Grundstücksbesitzer motivieren, sich um ihre Streuobstwiesen zu kümmern. Dabei müssten nicht nur junge Bäume nachgepflanzt, sondern die vorhandenen alten Obstbäume geschnitten, gedüngt und deren Obst geerntet werden. „Für den Herbst planen wir einen Obstsorten-Spaziergang durch die Ostgemarkung. Außerdem wollen wir einen Schnittlehrgang für hochstämmige Obstbäume anbieten“, sagt Jäger.

Kontakt

Wer schon heute Interesse an den Veranstaltungen oder an weiteren Baumpflanzungen hat, kann sich bei der Unteren Naturschutzbehörde auf eine Interessentenliste setzen lassen. Ansprechpartner im Kreishaus ist Volker Rothenburger, 06074 8180-4126. E-Mail: volker.rothenburger@kreis-offenbach.de.

Quelle: op-online.de

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