Bürgerservice vergibt Termine

Kürzere Wartezeiten im Rathaus

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Ein Griff in den Karteikasten und der Bürger bekommt seinen neuen Reisepass überreicht: Martina Merkenich demonstriert fürs Foto, wie schnell das geht. Der Empfangstresen im Rathaus ist gleichzeitig ein „Schnellschalter“, an dem auch RMV-Fahrkarten und Müllsäcke erhältlich sind.

Rodgau - Im Bürgerservice des Rathauses kann man künftig auch feste Termine vereinbaren, ähnlich wie beim Friseur oder in der Arztpraxis. Ab 1. Juli können sich Bürger einen Wunschtermin reservieren lassen, um ohne langes Warten schnell an die Reihe zu kommen.

Die Wartezeiten sind in den letzten Monaten rapide gesunken: Drei Viertel der Kunden sitzen weniger als zehn Minuten im Warteraum.

Die durchschnittliche Wartezeit ist seit Juli letzten Jahres von 16 auf sechs Minuten gesunken, wie die Stadtverwaltung ermittelt hat. Vor einem Jahr kam knapp die Hälfte der Bürger (45 Prozent) in weniger als zehn Minuten an die Reihe; zurzeit liegt diese Quote bei 79 Prozent.

Schulnote 1,1 für Beratung, Kompetenz, Freundlichkeit

„Ausreißer“ nach oben gibt es auch. Der jüngste Fall: Im Juni musste ein Bürger über eine halbe Stunde warten, bis er aufgerufen wurde. Früher kamen solche Geduldsproben allerdings viel öfter vor. Allein im Juli letzten Jahres saßen 336 Bürger länger als eine halbe Stunde im Wartezimmer. Der traurige Rekord: Ein Bürger wartete 87 Minuten und 51 Sekunden, bis er endlich an die Reihe kam.

Seit 1. Oktober, als der umgebaute Bürgerservice in Betrieb ging, sind die Wartezeiten zurückgegangen. Zwei Umfragen zeigen, dass die Kunden auch andere Veränderungen positiv bewerten, unter anderem Räume, Öffnungszeiten und Vertraulichkeit. Die Schulnote 1,1 vergaben die Kunden für Beratung, Kompetenz, Freundlichkeit und Schnelligkeit der Mitarbeiterinnen.

Neue Angebot beschränkt sich auf zwei Nachmittage

In den Gesprächen äußerten Bürger aber auch Kritik an der Wartezeit in bestimmten Spitzenzeiten und an fehlender Individualität im Gespräch wegen des Zeitdrucks. Das soll sich nun ändern. Ab 1. Juli kann man telefonisch einen Termin vereinbaren. Die Stadt verspricht: Mit Termin kommt man schneller an die Reihe. Das nützt besonders Familien mit kleinen Kindern oder Berufstätigen - und allen anderen, die wenig Zeit haben.

Das neue Angebot beschränkt sich vorerst auf zwei Nachmittage: Montag und Donnerstag zwischen 13 und 17 Uhr. Nach einer Probephase will die Stadt als nächsten Schritt ab Herbst eine Reservierung über das Internet anbieten, so dass die Bürger ihren Wunschtermin selbst buchen können.

Als erste Stadt des Kreises Offenbach bietet Rodgau eine Terminvereinbarung im Bürgerservice an. Größere Städte wie Fulda, Kassel, Wiesbaden, Mannheim oder Freiburg haben damit schon Erfahrung. 

eh

Quelle: op-online.de

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