Kuh-Casting bei Löw

Jügesheim (bp) ‐ „Wo sitzt bei der Kuh der Pansen? Wo würde ein Kalb liegen?“ Friedlind Schäfer wollte es von den Landwirtschaftslehrlingen ganz genau wissen. Die Fachlehrerin an der Landwirtschaftsschule in Griesheim kennt da kein Pardon. Von Bernhard Pelka

„Ihr seid im zweiten Ausbildungsjahr. Das müsst ihr wissen.“ Die richtige Antwort ließ schließlich nicht lange auf sich warten. Und weiter ging‘s zur nächsten Frage.

Manfred Schneider zeigte den jungen Landwirtschaftsschülern mit sicherem Griff, worauf es bei der Bewertung des Euters ankommt.

Zwölf Jugendliche, von denen die meisten später wohl einmal die Höfe ihrer Eltern übernehmen werden, mussten bei Landwirt Harald Löw den Zustand von Kühen bewerten. Auch Löws Tochter Svenja stellte sich dieser Aufgabe. Die Kuhbewertung ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung, dient der Qualitätssicherung in Sachen Zucht und schult vor allem das so wichtige Urteilsvermögen. „Die jungen Bauern müssen später ja mal wissen, welche Kuh den Hof verlassen muss und welche gut genug ist, um zu bleiben“, erläuterte der erfahrene Bauer Löw den Sinn der Übung.

Beim Kuh-Casting standen zwei Prachtexemplare der Rasse „Deutsche Holsteins“ Model: Moni und Gretel. Hat das Tier gerade oder schiefe Beine? Sind die Sprunggelenke in Ordnung? In welchem Winkel stehen die Klauen? Was macht der Euter? Fachlehrerin Schäfer und ihr Kollege und Rinderzuchtberater Manfred Schneider vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen gingen mit den künftigen Bauernhofbesitzern jedes Detail penibel durch. Kälte hin, Kälte her. Insgesamt beantworteten die Jugendlichen auf einem Tierbeurteilungsbogen 19 Fragen zur körperlichen Verfassung der Kühe. Danach kam‘s zur Punktewertung.

Pause bei Kaffee, heißem Kakao und Kuchen

Was würdet ihr denn geben?“, wollte Manfred Schneider wissen. Die meisten Jungbauern lagen dicht bei den von ihm vorgeschlagenen 86 Punkten. „Das ist Zuchtvieh, wie man es sich wünscht. Ich wäre froh, wenn das überall so wäre“, lobte der Experte das Milchvieh von Harald Löw.

Friedlind Schäfer prüfte mit den Absolventen der Dieburger Landrat Gruber Berufsschule die Temperatur im Innern des Futterbergs.

Nach einer kurzen Pause bei Kaffee, heißem Kakao und Kuchen ging die Unterrichtsstunde am Futterstock weiter. Friedlind Schäfer hatte ein Digitalthermometer mitgebracht, um die Temperatur im Innern des riesigen Futterbergs messen zu können. Am Ende einer Sonde, die 50 Zentimeter tief im Futter steckte, hing ein digitales Display, das die Temperatur anzeigte. „Was meint ihr, wie warm es da drin ist?“ 17, 18 - und schließlich 25 Grad zeigte das Messinstrument an. Auch dieses Ergebnis war erste Sahne. „Prima. So muss es sein. Da verdirbt nichts“, war das zufriedene Resümee der Fachfrau.

Quelle: op-online.de

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