Jügesheim

Kultur der Jugend vermitteln

Kultur ist Notwendigkeit - sie ist kein Luxus, so das Motto des im Sommer 2005 gegründeten Vereins Kultur im Austausch, kurz KultA. Und dass heute Kindern und Jugendlichen bei ihrem Verständnis für Kultur unter die Arme gegriffen werden muss, da sind sich Sprecherin Bärbel Armknecht und ihre Vereinskollegen einig.

Jügesheim (pul) Schließlich finden die Ehrenamtlichen in Schulen Zwölfjährige, die noch nie mit Messer und Gabel gegessen haben. Die Projekte, denen KultA sich verschrieben hat, stehen stets im Zusammenhang mit kultureller Bildung. Der Verein bemüht sich, die vielfältigen Aspekte von Kunst und Kultur der jüngeren Generation nahe zu bringen - Essgewohnheiten inbegriffen.

„Schulen können Kultur nicht mehr vermitteln“, betont Bärbel Armknecht und sieht hier den Ansatzpunkt für ihre Arbeit. Ursache seien „ zu eng gestrickte Lehrpläne“. Es ist KultA ein besonderes Anliegen, Kindern und Jugendlichen die vitalen Aspekte von Kultur auf unterhaltsame Weise nahe zu bringen. Literatur, besonders mit Inhalten über Freiheit und Frieden, ist dabei immer ein großer Bestandteil der Arbeit.

Esskultur steht aber auch auf dem Stundenplan, sobald KultA kostenlos in den Schulen des Kreises auftaucht. Dass Zwölfjährige noch nie Besteck in den Händen hatten, konnten die KultA-Mitglieder anfangs nicht so recht glauben. Auch die Unsitte, vor dem Fernseher zu essen, ist heute weit verbreitet.

Kraft ziehen die Ehrenamtlichen aus ihrer Arbeit, wenn sich nach Projektende Eltern dankbar melden und vom gepflegten Abendessen im Kreise der gesamten Familie berichten.

KultA-Projkete drehen sich aber auch oft um Kunst. So wehten Seidenbuch- und Schriftobjekte 2007 im Wind, nachdem KultA an der Claus-von-Stauffenberg-Schule (CvSS) diese Werbung fürs Lesen und das Buch mit Schülern gestaltet hatte. „Bücher im Wind“ stand als Schriftzug über dem Projekt, als diese Werke im Rahmen eines Literaturfestes auch auf dem Seligenstädter Marktplatz wehten. erständigenden Aspekt verliert der Verein bei seiner Arbeit nie aus den Augen. Als das Projekt „Bücher im Wind“ seine Fortsetzung in Oberösterreich mit „Bücher bilden Brücken“ fand, waren die Schüler der CvSS dort. Kulturelle Lebendigkeit auch bei den 23 Schülern der 12. und 13. Klassen der Georg-Kerschensteiner-Schule Obertshausen. Deren Seidenbuchobjekte waren während der Buchmesse in Ober-Roden am Bücherturm, am Rathausplatz und der Trinkbornschule zu sehen.

Von den 18 Mitgliedern sind zurzeit Bärbel und Dr. Malte Armknecht, Dagmar Sondermann, Anne Kurtze, Birgit und Jürgen Spät sowie Mustafa Cicek und Klaus Ahlers aktiv.

KultA sucht Menschen mit Spaß an Musik, Kultur sowie administrativen Dingen. Unter 06106 644775 ist Bärbel Armknecht in der Mühlstraße 2 erreichbar. Wenn ihre Vision wahr wird, wehen die Seidenbuchobjekte im Jahr 2010 über dem Bosporus - sofern Istanbul dann den Titel „Kulturhauptstadt“ trägt.

Dazu: „Kurz gefragt“

Quelle: op-online.de

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